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Die Drei vom WK III

Adolf Hesel, Peter Vogt und Siegfried Hörhold engagieren sich für ihr Viertel – und ihre Stadt.

Siegfried Hörhold, Adolf Hesel und Peter Vogt (von links nach rechts) wohnen alle drei in der Johannes-R.-Becher-Straße.
Siegfried Hörhold, Adolf Hesel und Peter Vogt (von links nach rechts) wohnen alle drei in der Johannes-R.-Becher-Straße. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Rund 30 Kubikmeter Wasser fasste der Römerbrunnen in Hoyerswerdas WK III, bevor er verfiel und 2008/09 beseitigt wurde. Nur die Metall-Stele von 1974 blieb erhalten. „Es wäre schön, wenn er wieder sprudeln würde“, sagt Peter Vogt.

„Langsam“, lacht Adolf Hesel „erst einmal muss die alte Kaufhalle weg.“ Siegfried Hörhold nickt. Die drei Männer leben in der Nachbarschaft und engagieren sich für ihr Viertel. Fünf Jahre ist es nun her, dass das TAGEBLATT von Plänen der Wohnungsgesellschaft berichtete, im WK III zwischen 2016 und 2018 weitere neun Wohnhäuser abzureißen. Der folgende Aufruhr war eine Hauptursache für viele folgende Bürgergespräche – und letztlich sogar für die Anpassung des Leitbildes für die gesamte Stadt. Vogt, Hesel und Hörhold waren immer mittendrin. Nun, sieben der neun Blöcke stehen noch und wie Peter Vogt sagt, ist auch die Stimmung im WK III eine andere: „Die Mieter sind ruhiger.“ Adolf Hesel bestätigt: „Die Panik ist raus.“

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Besserer Kontakt zum Vermieter

Die drei Männer halten Kontakt nicht nur zu vielen Leuten im Quartier, sondern inzwischen auch sehr intensiv zur Wohnungsgesellschaft. Das habe begonnen, nachdem Steffen Markgraf im Mai 2017 deren Geschäftsführer wurde. Schon im August habe es das erste Treffen gegeben. Seither sieht man sich so ungefähr jedes halbe Jahr. „Er hört uns zu und bügelt nicht gleich alles ab“, sagt Peter Vogt. Siegfried Hörhold lobt, dass seit dem zweiten Treffen auch immer Wohngebietsbetreuerin Jana Bode mit am Tisch sitzt. Natürlich, so die Männer, sei auch klar, dass nicht gleich alles umzusetzen ist. Es ist neben den beiden Hausabrissen an Brecht- und Herderstraße aber doch einiges passiert. Ein Block ist saniert worden. An einem weiteren wird gerade gearbeitet. Die Wohnungsgesellschaft hat die leer stehende Gaststätte „Freundschaft“ abreißen lassen und will die Brache nun gestalten. Hörhold, Hesel und Vogt durften auch einen Gestaltungsvorschlag für den etwas vernachlässigten Grünzug im Büro von Steffen Markgraf lassen. Sie waren zudem bei der Landtagsabgeordneten Franziska Schubert (Grüne), um sich Informationen zu Pilotprojekten bezüglich altersgerechter Umgestaltung von Wohnquartieren zu holen. Ergebnis war ein diesbezüglicher Kontakt zu ihrem Vermieter.

Das alles klingt ein wenig nach Wohngebietsausschuss. Die Männer lachen. „Wir wollen ja kein Amt“, sagt Adolf Hesel. Und Peter Vogt fügt an, eigentlich habe man über das Engagement für den WK III sogar den Blick für die ganze Stadt geweitet.

Wünsche an die Politik

Die drei Männer besuchen zwar nach wie vor Stadtratssitzungen, melden sich dort aber weniger zu Wort. Man habe ja nun den direkten Kontakt zum Vermieter und müsse nicht mehr den Umweg über dessen Besitzer suchen, also die Stadt. Trotzdem wünschen sich die Drei vom WK III mehr Energie seitens der städtischen Politik, sogar mehr Unterstützung von Verwaltung und Rat für die Wohnungsgesellschaft. Es gebe zum Beispiel ein Problem mit der Wegeverbindung im Quartier. Das könne die Gesellschaft allein nicht lösen. Die letzte Oberbürgermeister-Sprechstunde im WK III ist länger als drei Jahre her. Soll Stefan Skora wiederkommen? „Na hundertpro“, bekräftigt Siegfried Hörhold.

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