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Die Erdbeeren sind reif

Am Sonnabend ist wieder Erdbeerfest in Eichgraben – zum zehnten Mal. Es ist auch der Start in die Freilandernte.

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Pünktlich zum Erdbeerfest am Sonnabend wird Klaus Möse die ersten roten Früchte aus dem Freiland anbieten. Zwischen dem 5. und 10. Juni beginnt in der Regel die Freilandernte, erklärt der Eichgrabener Obstbauer. Es sind aber nicht die ersten Erdbeeren, die er dieses Jahr auf den Markt bringt. Mitte Mai startete die Ernte in den Foliezelten – gut eine Woche später als 2015. In den ersten Monaten des Jahres habe das Licht gefehlt, begründet der Unternehmer die Verzögerung. Möse baut aber nur einen kleinen Teil seiner Früchte unter Folie an, der größere reift auf den Feldern heran. „Der Freilandanbau geht zurück“, meint der Eichgrabener, der als einziger Erdbeererzeuger aus dem Landkreis Görlitz Mitglied im Landesverband „Sächsisches Obst“ ist. Allein im Vorjahr wurden die Anbauflächen für Erdbeeren um 17 Prozent, rund 60 Hektar, reduziert. Er selbst habe aber seine Fläche nicht verkleinert, sagt Möse.

Die diesjährige Ernte werde normal ausfallen, davon geht der Obstbauer aus. Dann müsse aber das Wetter so anhalten und keine Unwetter, wie in anderen Regionen Deutschlands, aufziehen. Der Eichgrabener weiß aus Erfahrung, was eine derart schlechte Witterung anrichten kann. Vor gut sechs Jahren war fast 90 Prozent der Ernte durch Hagel vernichtet worden. Beim Erdbeerfest war das Wetter zumindest immer gut. Und die Veranstaltung auf dem Festplatz in Eichgraben findet am Sonnabend zum zehnten Mal statt. Auf die Idee, ein solches Fest zu veranstalten, hatte sie Horst Werner vom örtlichen Kulturverein gebracht. Er sah beim Gabler Straßenspektakel in Lückendorf einen Verkaufsstand der Firma Möse und dachte sich, dass man doch ein eigenes Erdbeerfest machen müsste. Schließlich sind die roten Früchte untrennbar mit dem Ortsteil verbunden. Abend um sechs saß Werner dann bei Möses auf der Terrasse und besprach mit ihnen den Gedanken. Und so war das Erdbeerfest geboren, das sich mittlerweile zu einer der größten Veranstaltungen in Eichgraben entwickelt hat. Die Möses übernehmen dabei den fachlichen Teil und der Kulturverein die Gastronomie. Es sei eine gute Symbiose, meint Klaus Möse. Keine der beiden Seiten hätte das Fest allein stemmen können. So wäre beispielsweise ein Fest auf dem eigenen Hof gar nicht möglich, da er dafür zu klein ist und die Feldern gleich daneben liegen. Deshalb nutzen sie den Festplatz, der groß genug ist, und locken inzwischen gut 1 000 Besucher an. Die kommen natürlich vor allem wegen der frisch geernteten Erdbeeren, einige aber auch wegen der Musik. Zum wiederholten Male spielt die Gruppe „New Dixie“ aus Liberec, die in der näheren Umgebung kaum auftrete, sagt Möse. Aus Anlass der 10. Auflage wird das Erdbeerfest diesmal bis in den späten Abend hinein andauern. Deshalb muss das gute Wetter diesmal auch etwas länger anhalten. In den vergangenen Jahren hatte es meist um fünf, wenn alle eingepackt haben, kurz geschauert. (jl)

Das 10. Eichgrabener Erdbeerfest beginnt um 13.30 Uhr und endet nach 22 Uhr.