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Die Hundeflüsterin

Für Iris Bahrke sind selbst wütende Rottweiler kein Problem. Sie kennt sich in der Tierpsychologie aus. Und kann helfen.

Von Bernd Goldammer

Manchmal wird Iris Bahrke aus Lomnitz zu wutschäumenden Rottweilern gerufen. Und immer wieder staunen die Leute dann darüber, wie schnell die Tierpsychologin diese Tiere wieder in Griff bekommt. Angst vor Hunden ist ihr fremd. Sie kennt die Ursachen der Abnormitäten, denn ihr Erfahrungsschatz ist riesig. Sie selbst ist mit vielen Tieren aufgewachsen, Hunde aber haben sie von klein auf am meisten interessiert.

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Schon als Kind hatte Iris Bahrke ihren eigenen Collie. Später kam noch ein English Setter hinzu. Die Lomnitzerin hat ihm das Leben bewahrt. Denn seine Besitzerin, eine hochbetagte Dame, war nicht mehr imstande, ihn zu halten. Das sollte sein Todesurteil sein – er sollte erschossen werden. Nach einigem Hin und Her gelang es Iris Bahrke, die alte Dame davon zu überzeugen, ihr den Hund in Pflege zu geben. Der Wechsel verlief reibungslos. Iris Bahrke hat Tierpflegerin gelernt. Ihr Verhältnis zu Hunden blieb jedoch ganz besonders ausgeprägt. Sie beobachtete ihr Verhalten und suchte in der Fachliteratur der DDR nach Erklärungen dafür. Ein Buch von Dr. F. Granderath half ihr dabei, die biologischen Vorgänge im Hundeverhalten zu verstehen. Das war der Einstieg in ihr leidenschaftliches Hobby. Ihre besonderen Fähigkeiten blieben nicht unbemerkt. Immer mehr Hundehalter kamen zu ihr. Für besonders aggressive Hunde wurde sie zur Retterin. Weil sie wusste, welche Umweltreize derlei Aggressionen hervorrufen. „Tierpsychologische Beratung soll helfen, abnormales Tierverhalten zu entschlüsseln. Besonders wichtig ist deshalb, auf besseres Verständnis zwischen Mensch und Hund hinzuwirken,“ sagt Iris Bahrke. Brenzlige Mensch-Hund-Beziehung konnten schon dadurch verbessert werden, dass sie verunsicherten Besitzern erklärte, wie ihre Hunde eigentlich „ticken“. „Unsere Verbeiner nehmen uns in ihrer Umgebung ganz anders wahr, als es sich viele Halter vorstellen. Was Besitzer als Fehlverhalten deuten, beruht oft auf Missverständnissen“ erklärt sie. In Radebeul hat sie eine Hundeschule mit aufgebaut und neun Jahre dort gearbeitet. Vor drei Jahren eröffnete sie dann in Moritzburg ihre eigene Hundeschule mit tierpsychologischer Beratung. Nach Lomnitz kam sie übrigens durch die Liebe zu ihrem Lebensgefährten. Seit einem Jahr bietet die freiberufliche Hundeausbilderin auch ihre tierpsychologische Beratung für die Bewohner des Rödertales an. Das Interesse ist größer als erwartet. Das hat mit ihrem breiten Angebot zu tun. In einem Grundkurs lernen bereits die Welpen das kleine Einmaleins des Zusammenlebens mit ihren menschlichen Lebenspartnern. Für größere Rassen bietet Iris Bahrke die Ausbildung zum Zughund an.