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Die Kanzel der Hauptkirche St. Marien war sein wichtigstes Werk

Der Künstler Andreas Dreßler lebte im 16. Jahr-hundert. Er hat großartige Schnitzkunst hinterlassen.

Von Dr. Dieter Thor

Der Kamenzer Künstler Andreas Dreßler wurde in der Stadt Kamenz um 1530 als Sohn eines Schneiders geboren. Wohnhaus und Werkstatt von ihm sind nicht bekannt. Er schuf in der Oberlausitz vielerorts sehenswerte gemalte und geschnitzte Kunstwerke, wie Bildwerke, Altäre, Epitaphe und so weiter. In der St. Marien z.B. das Denkmal des Boos von der Oelsitz, der Gekreuzigte und das Denkmal eines Unbekannten – jeweils gezeichnet mit “AD“.

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Neben dem erfolgreichen Kamenzer Bürgermeister und diplomatischen Vermittler zwischen den Sechsstädten und dem Kaiser Ferdinand, Andreas Günther, ist Andreas Dreßler in der Zeit des Pönfalls (1547) und danach, eine der bedeutensten Persönlichkeiten der Stadt. Der Künstler schnitzte und malte sein Epitaph selbst. Als er 1604 starb, übernahm die Fertigstellung der Künstler Lorenz Göring. Im Mittelpunkt seiner Gedächtnistafel steht die Taufe Christi im Jordan mit der Zustimmung Gottvaters vom Himmel aus. Im unteren Teil hat er sich selbst verewigt, ganz links zu erkennen, daneben die Söhne, seine Frau, die Töchter und alle Enkel. Darunter ein Wappen mit drei weißen Schilden auf rotem Grund ( Malerzunftwappen). Dieses Werk kann man jetzt im Sakralmuseum St. Annen bewundern.

Die wertvollste Arbeit ist vielleicht die 1563/64 fertiggestellte Renaissance-Kanzel in St.Marien. Auch hier findet sich sein Monogramm „AD“, ähnlich dem von Albrecht Dürer“ dem wohl seine große Verehrung galt. Die Kanzel ist eine Stiftung eben des Andreas Günther, dessen Wappen und das der Stadt stehen auf dem Gesims – dazwischen Christus, Johannes der Evangelist, König David und Paulus. Die Kanzel stellt in Bild und Text christliche Tugenden vor. Vom Alten Bund (-Alten Testament) zum Neuen Bund, den Jesus selbst am Vorabend seines Todes stiftet, der dann zum Neuen Testament wird. Es zeigen sich durchgehend biblische Aussagen (z.B. Daniel-Buch 6/19) in der Löwengrube und Jonas-Jona 2 mit der Walfischlegende zum Predigtauftrag.

Im Deckel wird die Taufe des erschienenen Messias durch Johannes den Täufer im Jordan dargestellt. Im Hintergrund Bewohner und Pharisäer, die sich ebenfalls taufen lassen wollen. In den Wolken zeigt sich Gottvater (wie beim Epitaph), der seine Zustimmung durch Herabsendung des “Heiligen Geistes“ in Gestalt der Taube gibt.