merken
PLUS

Die Latte liegt hoch beim Athleten-Basar

Zum Dresdner Springermeeting kommen Spitzenathleten. Ihre Verpflichtung ist mitunter ein schwieriger Verhandlungsakt.

© Wolfgang Wittchen

Von Jochen Mayer und Michaela Widder

Öffentlich ist dieser Markt nicht. Aber es geht mitunter zu wie auf einem Basar, wenn gute Athleten für einen Start verpflichtet werden. Ein Lied kann davon gerade Dieter Albertus singen. Der Athletenmanager des Dresdner Springermeetings ist jetzt dabei, das Teilnehmerfeld für die neunte Auflage zusammenzustellen. Angebot und Nachfrage sind sein Thema, Marktwert und Kaufkraft sein Problem.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Die feste Größe sind rund 30 000 Euro. Mit diesem Etat müssen er und sein Sohn René als Meetingchef auskommen. Hallenmiete und Sicherheit kosten, jeder Sportler hat seine Vorstellungen und versucht, seinen Marktwert auszukosten. „Hochsprung mit Musik“ in Arnstadt konnte bisher ganz anders aus dem Vollen schöpfen. Und doch kündigte das Thüringer Traditionsmeeting jetzt seinen letzten Vorhang an. Das Meetingsterben geht weiter.

Auch die Dresdner kämpfen. Einen Sponsor verloren sie, und doch wollen sie nicht klagen. „Wir können froh sein, dass vieles um unser Meeting im Ehrenamt organisiert wird“, sagt Dieter Albertus. Nur so sind die Verpflichtungen von Spitzenathleten möglich. Zugesagt hat für das Meeting am 31. Januar schon die Stabhochsprung-Halleneuropameisterin Holly Bleasdale. „Sie rockte im vergangenen Winter die Hallen“, schwärmt Dieter Albertus und verweist stolz auf die Bestmarke der Britin von 4,87 Metern. „Verletzungen im Sommer verhinderten jedoch einen Start bei der WM.“ Als alte Bekannte in Dresden wird zudem Martina Strutz antreten, die Vizeweltmeisterin von 2011.

„Das Frauenfeld kann sich schon jetzt sehen lassen“, sagt der Verhandlungsführer. „Auch mit der tschechischen Europameisterin Jirina Svobodova sind wir im Gespräch und hoffen noch.“ Etwas schwieriger gestalten sich die Verpflichtungen der Hochsprung-Männer: „Natürlich könnten wir versuchen, den Weltmeister nach Dresden zu locken. Unser Meeting hat einen guten Ruf. Für ein Angebot um die 12 000 Euro ließe sich da bestimmt etwas machen.“ Aber die Dresdner haben keine Illusionen. Für ähnliche Summen müssen sie ein ganzes Starterfeld einkaufen.

Momentan könnte der Halleneuropameister ihr Stargast bei den Männern sein. Es ist Vorjahressieger Sergej Mudrow, der in der Margon-Arena über 2,29 Meter flog. „Eine erste Offerte musste ich ablehnen“, beschreibt Dieter Albertus das Feilschen um Topathleten. „Wir kamen uns aber entgegen. Das Angebot steht.“ Es könnte sein, dass es angenommen wird. Aber Mudrows Manager sieht sich noch einmal um – bei Meetingdirektoren in Tschechien. „Die haben ganz andere Möglichkeiten“, hadert Dieter Albertus. „Auch dank großzügiger Sponsoringleistungen von deutschen Großkonzernen.“ So bleibt ihm jetzt nichts anderes übrig, als abzuwarten und auf einen kleinen Dresden-Bonus zu bauen. Mudrow sollte das Meeting in guter Erinnerung haben, weil der Auftritt in Dresden auf dem Weg zum Hallentitel lag.

Ob Lokalmatador Raul Spank aufläuft, ist noch nicht entschieden. Der inzwischen in Berlin trainierende Ex-DSC-Springer hat noch nicht entschieden, ob er eine Hallensaison bestreitet. Nicht am Start ist Matthias Haverney, Dritter im vergangenen Winter. Der deutsche Hochsprungmeister vom DSC hat seine Karriere beendet.

Karten-Vorverkauf: Tickets für 10 Euro sind u.a. unter www.sprintermeeting-dresden.de erhältlich .