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Die „Mutter der Kompanie“

Wir stellen „Gute Seelen“ vor, die eher im Hintergrund als im Vordergrund tätig sind. Heute Sabine Littwin.

Zum Aufgabengebiet von Sabine Littwin gehört auch die Aktualisierung des Schaukastens. Als „Gute Seele“ sieht sie sich nicht.
Zum Aufgabengebiet von Sabine Littwin gehört auch die Aktualisierung des Schaukastens. Als „Gute Seele“ sieht sie sich nicht. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Im Januar 1999 wurde das Lausitzbad eröffnet. Nur wenige Wochen später, an einem Februartag, wurde die – über die Stadtgrenzen hinaus bekannte – Freizeitoase zum festen Arbeitsplatz von Sabine Littwin. Das daraus über zwanzig Jahre werden, konnte damals freilich noch keiner ahnen. Sabine Littwin stammt aus Schneeberg und ist gelernte Erzieherin, die sich später weiter zur Arzthelferin qualifizierte. Als Zivilangestellte bei der Bundeswehr absolvierte sie Anfang der neunziger Jahre eine Ausbildung zur Schwimmmeisterin. 

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Irgendwann reifte in der jungen Frau der Entschluss, zu ihrem zukünftigen Ehemann nach Boxberg zu ziehen. Eine Arbeit in dem beheimateten Freibad lag da sehr nahe. Diese Entscheidung versprach aber nur in der Saison geregelte Monatslöhne. Für eine junge Familie auf Dauer viel zu viel Ungewissheit, um die Zukunft stabil planen zu können. Deshalb bewarb sich die Mutter und Ehefrau in den beiden neu entstehenden Freizeitbädern in Hoyerswerda und Krauschwitz.

Im Februar dieses Jahres konnte Sabine Littwin auf 21 Jahre Tätigkeit als Mitarbeiterin des Lausitzbades zurückblicken. Eine lange Zeit. Zwei Jahrzehnte, in denen die Schwimmmeisterin im übertragenen Sinne auch über den Beckenrand des Lausitzbades hinwegschaute. Die 60-Jährige hat alle Höhen und Tiefen des Bades miterlebt. Das schweißt zusammen.

So waren die Startbedingungen des Lausitzbades alles andere als optimal. Wie sich später herausstellen sollte, litt das Gebäude unter massiven Baumängeln, die aufwendig und kostenintensiv nachgebessert beziehungsweise umgebaut werden mussten. Sabine Littwin hat aber auch hunderten Kindern in ihre strahlenden Augen schauen dürfen, als sie ihre Seepferdchen überreicht bekamen. Die 60-Jährige kennt auch die vielen, anderen schönen Momente, wenn Generationen im Wasser ihren Spaß haben, Sport treiben, um gesund zu werden oder zu bleiben. Nicht zu vergessen die vielen zufriedenen Besucher in der Sauna und die zahlreichen Veranstaltungen. Sabine Littwin kennt das Bad und seine Abläufe in- und auswendig. Neben dem regulären Besucherbetrieb gehört auch die jährliche Schließzeit mit der Großreinigung dazu.

Geschulter Weitblick, die Gabe, auch bei Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten immer die emotionale Balance wiederherstellen zu können, gepaart mit einer großen Portion Empathie und Sympathie. Sabine Littwin schafft auch in stressigen oder ungeplanten Alltagssituationen wieder das Gleichgewicht. Charaktereigenschaften, die der Geschäftsführer des Lausitzbades Matthias Brauer und die vielen anderen Kollegen sehr zu schätzen wissen und sie deshalb gern als „Gute Seele“ bezeichnen.

So freut sich Saunamitarbeiter Conny Schröter, dass die Schwimmmeisterin immer ein offenes Ohr habe. Schichtleiter Rene Weiß sagt, dass Sabine Littwin immer, in jeder auch noch so unangenehmen Situation, einfach Mensch bleibe. Kollegin Nicole Nagorka sagt ihrer Kollegin nach, dass sie fachlich wie auch menschlich immer den richtigen Rat habe, und Haustechniker Ingo Kramer freut sich über die Kleinigkeiten, wenn Sabine Littwin beispielsweise für die Mitarbeiter frische Brötchen mitbringt. Besucher Ralph Büchner war nach der notwendig gewordenen Schließzeit des Lausitzbades wegen der Pandemie nach 110 Tagen einer der ersten langersehnten Besucher.

Der Hoyerswerdaer freute sich vor allem auf die Möglichkeit, wieder schwimmen zu können, aber auch auf die Mitarbeiter und ganz besonders auf Sabine Littwin: „Als regelmäßiger Nutzer und begeisterter Schwimmer im Lausitzbad kenne ich Sabine Littwin schon länger. Sie ist im Bad eine richtig gute Seele. Ob im Badbereich oder an der Kasse – sie ist immer freundlich, kompetent und hat, wenn es die Situation zulässt, auch Zeit für ein kleines Schwätzchen.“

Geschäftsführer Matthias Brauer meint: „Sabine ist Freundin, Ratgeberin, aber auch mal Bollwerk und Fels in der Brandung, sie ist quasi unsere ‚Mutter der Kompanie‘.“

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