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Die neue Taktik: Weniger Plastik

Die Kita Zwergenland in Lüttewitz bei Döbeln setzt auf Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt überzeugt sie nicht nur Kinder und Eltern. Wie das funktioniert und ob es eine Zukunft hat.

Die Mädchen und Jungen der Kita Zwergenland in Lüttewitz haben ihr Abfallaufkommen reduziert, Müll für Basteleien verwendet, ein Umweltprogramm einstudiert und mit all dem einen Preis gewonnen.
Die Mädchen und Jungen der Kita Zwergenland in Lüttewitz haben ihr Abfallaufkommen reduziert, Müll für Basteleien verwendet, ein Umweltprogramm einstudiert und mit all dem einen Preis gewonnen. © Lars Halbauer

Döbeln. Seit einiger Zeit schauen die Mädchen und Jungen der Kita Zwergenland ganz genau hin, wenn es Frühstückszeit ist. Dabei ist es nicht wichtig, was der Tischnachbar mitgebracht hat, sondern worin es verpackt ist. Das Trennen und Vermeiden von Müll wird bei den Kleinen ganz groß geschrieben.

„Schuld“ daran ist ein Wettbewerb der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH (EKM), bei dem Umwelthelden gesucht wurden. So dürfen sich die kleinen Lüttewitzer jetzt auch nennen, denn sie haben bei der Aktion den zweiten Platz belegt. 

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Als Preis erhielt jedes Kind einen Rucksack, in dem sich eine wiederverwendbare Trinkflasche und Brotdose, eine Tragetasche, nachhaltige Malhefte, Buntstifte und ein Sicherheitsarmband befunden haben. Außerdem bekam die Einrichtung, in der 66 Kinder von sieben Erziehern betreut werden, 300 Euro für das nächste Abfallprojekt.

Müll des Kindergartens Lüttewitz deutlich reduziert

Im Zwergenland sei schon immer auf die Umwelt und das Vermeiden von Müll geachtet worden. „Deshalb war der Wettbewerb genau unser Ding“, meint Erzieherin Konstanze Kleinfeld. Selbst die Ein- bis Zweijährigen seien einbezogen worden. „Denn sie sind die Generation von morgen.“ 

Und sie könnten in dem Alter bereits Farben unterscheiden und somit auch die Abfallbehälter. Die Eltern hätten sich ebenfalls anstecken lassen und für die Verpackung des Frühstücks Alternativen gesucht, zum Beispiel den Joghurt in wiederverwendbare Becher gefüllt. „Wir haben den Müll jede Woche gewogen. Er ist deutlich weniger geworden“, so Konstanze Kleinfeld.

Aber das war nur ein kleiner Teil des Projektes, in das sich das Kita-Team regelrecht hineingesteigert habe. Außerdem wurde im Haus ein neues Müllsystem eingeführt. Jetzt sind in jedem Gruppenraum Behälter gestapelt, mit deren Hilfe Papier, Pappe, Restmüll und alles, was in den gelben Sack gehört, getrennt wird.

Gebastelt wurde fortan nicht mit teuren gekauften Materialien, sondern mit Müll. Aus Joghurtbechern entstanden bunte Ketten, aus Milchpackungen Blumentöpfe und Osterhasen fürs Osternest, aus alten Zeitungen Girlanden für den Fasching, aus Pappe und Flaschendeckeln Musikinstrumente, aus Toilettenpapierrollen Stiftehalter sowie aus Papptellern Fische und Schildkröten als Zimmerschmuck.

Müll sparen auch ohne Wettbewerber der EKM

Bücher aus der Bibliothek verdeutlichten den Kindern den Weg, den der Müll bei seiner Entsorgung nimmt. Und sie bekamen zu Weihnachten Geschenke aus Holz. Die Musikantenzwerge haben ein Umweltbuch gestaltet und die elf Vorschüler ein Programm zum Thema Nachhaltigkeit einstudiert. 

In dem singen die Kinder unter anderem: „Unsere neue Taktik ist weniger Plastik“. Eigentlich sollte das Programm zum Oma-Opa-Tag aufgeführt werden. Doch der ist Corona zum Opfer gefallen. Inzwischen konnten die Mädchen und Jungen wenigstens ihren Eltern bei einem kleinen Zuckertütenfest zeigen, was sie gelernt haben.

Für den Wettbewerbsbeitrag wurden alle „gesammelten Werke der Gruppen“, Beschäftigungsvorbereitungen und Fotos in einen alten Koffer gepackt und zur EKM geschickt. So fand sogar der Koffer noch eine Verwendung. „Der Sinn war auch, dass die Reise weitergeht“, erklärt Kita-Leiterin Barbara Kujus.

Das Thema Nachhaltigkeit werde immer wieder in den Alltag integriert. So wurden beim Weihnachtsbasar Teebeutel und Kinderspielzeug aus Stoff sowie „Steingeschichten“ angeboten. Die Kinder ermahnen sich gegenseitig, den Abfall in die richtige Tonne zu werfen und die Waldzwerge achten besonders auf die Umwelt.

Im neuen Schuljahr will die Kita-Leiterin erneut Kontakt zur EKM aufnehmen – auch ohne Wettbewerb. Denn das Unternehmen bietet ein Kinderprogramm an und, dass sich die Mädchen vor Ort ansehen können, wie der Müll entsorgt wird. „Das wäre etwas für unsere Vorschul- und Hortkinder“, so Barbara Kujus.

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