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Die nicht nur den Schwan malt

Karina Maciorowski hat einFaible für Kunst und gibtihr Wissen weiter. Auch im Design kennt sie sich aus.

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Von Heinz Hirschfeld

Kreativität wird bei der 40-jährigen Malerin Karina Maciorowski aus Straßgräbchen ganz groß geschrieben. Deshalb lässt sie es auch in der Weihnachtszeit längst nicht beim Bildermalen. Das wär ihr irgendwie zu langweilig. Es müssen schon der Jahreszeit entsprechende Ergebnisse herausspringen. Handarbeiten sind jetzt Trumpf bei ihr. Nikolausstiefel aus Stoff, warme Socken, Müffchen, und Hausschuhe macht sie jetzt. Und wenn Ostern rankommt, dann verziert sie mittels Kratztechnik, regenbogenfarben lackierte Eier. Das Multitalent entwirft auch noch die verschiedensten Puppen, vom Frosch bis zum Holzwurm. Vor vier Jahren arbeitete sie im Mehrgenerationenhaus Bernsdorf, als Ein-Euro-Jobberin. Damals machte sie ihr Hobby, die Malerei, im Haus populär. Erst unter Kindern und Jugendlichen. Vor etwa einem Jahr war die Zeit reif, einen Mal- und Zeichenzirkel zu bilden. Zwischen 14 und 82 Jahre sind die Zirkelteilnehmer alt. Mittlerweile muss in drei Gruppen gearbeitet werden, damit sich Karina Maciorowski individuell mit den 17 Teilnehmern beschäftigen kann. „Manchmal bringen die Teilnehmer Urlaubsfotos mit, und dann versetzen wir uns malerisch wieder in die Urlaubszeit zurück. Wir haben uns für die Zukunft vorgenommen, eine Malexkursion zum Bernsdorfer Schmelzteich durchzuführen“, sagt Karina Maciorowski, die inzwischen ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. In der Kamenzer Nachbarschaftsbörse „SprachrOhr“ leitet sie auch einen Mal- und Zeichenzirkel. Dort stellt sie immer eine Woche vor der nächsten Zirkelzusammenkunft ein von ihr gemaltes Bild aus, welches die Zirkelteilnehmer dann im Zirkel nach ihrer Sichtweise abmalen. Außerdem betreibt sie noch in Lauchhammer, Senftenberg und Kleinkoschen Malzirkel.

Eigene Techniken entwickelt

Karina Maciorowski freut sich sehr, wenn ihre Schüler eigene Ideen umsetzen. Auch außergewöhnliche Malstunden führt sie durch, etwa zu Geburtstagen und Frauentagsfeiern. Sie gehört zu den Künstlern, die ihre Techniken selbst entwickeln. Abkupfern ist nicht ihr Ding. So sind Techniken entstanden, die man nirgends anderswo findet. „Das kommt meistens im Umgang mit Malanfängern zustande. Da bin ich eben bestrebt, Professionelles vereinfacht anzubieten“, so die Malerin. Auch eine Malpalette, wie man sie bei Malern kennt, gehört nicht zu ihren Utensilien. Sie verwendet eine einfache Pappe, die man wegwerfen kann, wenn sie mit Farben zugekleckst ist. Sie verrät, dass sie eigentlich Porträtmalerin ist. „Für mich sind Menschen das Spannendste, was die Natur zu bieten hat. Denn jeder Mensch ist anders darzustellen, sonst ist es nicht sein Bild. Jeder ist eben einzigartig“, meint Karina Maciorowski. So hat sie bereits ihre Mutter porträtiert, ihre Tochter, und auch sich selbst. Auftragsarbeiten hat sie ebenfalls realisiert.