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Die Panther wollen sich durchbeißen

Nur in welcher Liga der neue Jonsdorfer Eishockeyclub ab Oktober spielt, ist noch unklar.

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Von Holger Gutte

Hellwach und angriffslustig ist der Jonsdorfer Panther. Er stößt sofort auf viel Sympathie. Alle wollen ihn sehen, die am Freitagabend in den Jonsdorfer Kurpark gekommen sind – und das sind viele. „Beim Eishockey braucht man kein Kuscheltier als Logo“, sagt Sven Kroschwald. Der 29-jährige Zittauer hat das Vereinslogo des ESC Jonsdorf – Zittauer Gebirge entworfen. Der Panther steht nun als Symbol für einen Neuanfang. Deshalb dreht sich auch am Freitagabend trotz hochsommerlicher Temperaturen im Kurpark alles nur um Eishockey. Der neue Eissportclub der Gebirgsgemeinde stellt sich seinen Fans vor und der Vorstand sagt, wie sie nach der Insolvenz der Falken neu anfangen wollen.

Sven Kroschwald mit dem von ihm entworfenen neuen Vereinslogo für den ESC Jonsdorf –Zittauer Gebirge. Foto: Thomas Eichler
Sven Kroschwald mit dem von ihm entworfenen neuen Vereinslogo für den ESC Jonsdorf –Zittauer Gebirge. Foto: Thomas Eichler © SZ Thomas Eichler

Der Verein und seine zahlreichen Freunde brauchen sich nichts vormachen. Sie wissen dass sie wieder ganz unter anfangen. Aber das wollen sie mit genau der Leidenschaft tun, mit der Eishockeysport in Jonsdorf groß geworden ist. So wie Sven Kroschwald gibt es viele, die dabei mit anpacken wollen. Ganz selbstverständlich holt auch er sich bei Schatzmeisterin Antje Gosda am Freitagabend das Antragsformular für die Vereinsmitgliedschaft. „Es gab eigentlich schon einen Entwurf für ein Logo für den neuen Verein“, sagt Sven Kroschwald. Der Software-Spezialist setzt sich trotzdem zu Hause hin und entwirft ebenfalls ein Logo. „Da ist schon einige Zeit drauf gegangen“, sagt der 29-Jährige. Es sollte dennoch nur ein Alternativvorschlag sein, der aber sofort die breite Mehrheit im Verein gewinnt.

Zum Vereinslogo entwirft er noch drei leicht veränderte Variationen, die speziell für die jeweiligen Mannschaften des Vereins abgestimmt sind. Denn auch das will der Verein künftig anders machen. Natürlich ist die Männermannschaft – die Black Panther – das Aushängeschild. Aber die Damen-, Jugend- und Kinderteams sollen künftig besser integriert werden. Und das wird auch selbstbewusst nach außen demonstriert. Die Frauen nennen sich deswegen extra nicht mehr „Eishasen“. Sie sind die Black Panther Girls und die Jugend und die Schüler die Young Panther.

Sven Kroschwald freut sich, dass seine Panther-Variationen künftig groß die Trikots des ESC Jonsdorf – Zittauer Gebirge zieren. Im August soll es die Trikots für die Teams geben, berichtet die Schatzmeisterin. Die neue Saison beginnt schließlich im Oktober. Auf dem Papier sind am Freitagabend im Jonsdorfer Kurpark auch schon die Entwürfe für die Heim- und Auswärtstrikots gezeigt worden. Vereinsvorsitzender Sven Ehrig ist froh, dass die drei großen Sponsoren Digades, Sparkasse und Bergquell-Brauerei neben kleineren wieder mit im Boot sind. „Ich persönlich rechne damit, dass wir mindestens 50 000 bis 60 000 Euro brauchen“, schildert Vorstandssprecher Andreas Förster.

In welcher Liga die Männer in der kommenden Saison spielen, ist allerdings noch völlig unklar. Die Black Panther sind erst einmal für die Regionalliga gemeldet. „Im deutschen Eishockey gibt es leider unterhalb der Zweiten Bundesliga keine feste Ligastruktur“, schildert Mannschaftsleiter Uwe Brockelt. Die Oberliga Ost, in der die Jonsdorfer Falken zuletzt spielten, gibt es nicht mehr. Einige Teams werden von hier in die Nordliga wechseln. Niesky spielt wahrscheinlich Regionalliga, meint er. Vielleicht wird diese auch noch mal unterteilt oder eine Sachsenliga gegründet. Aber das ist alles noch ungewiss und entscheidet letztendlich der Verband.

Jonsdorfs Männerteam ist dennoch fast komplett und besteht im Prinzip aus dem Jonsdorfer Meister und Pokalsieger der Landskronliga – den bisherigen Black Porter Panther. Zwei bis drei neue Spieler sollen als Verstärkung hinzukommen. Jonsdorfs Falken-Idol Jan Havlik trainiert die Männer und die Jugend des ESC Jonsdorf – Zittauer Gebirge. „Ich freue mich wieder hier sein zu können. Und ich hoffe, dass es in Jonsdorf so weitergeht, wie vor den letzten zwei Jahren“, sagt der einstige Spieler-Trainer. Daran arbeitet der Vereinsvorstand schon seit Monaten fieberhaft. Jeden Mittwoch ist Vorstandssitzung, weil es noch einiges zu klären gibt. Deswegen läuft auch die Vereinsgründung immer noch, schildert Andreas Förster. Die Kontakte zu den Sponsoren müssen gepflegt, die Beitragssatzung verabschiedet und der Wirtschaftsplan erstellt werden.

Aus finanziellen Gründen treten die Black Panther Girls vorerst, so wie bisher, nur bei Turnieren und Freundschaftsspielen an. „Wir haben damit kein Problem“, sagt Laura Steudtner. Die 22-jährige Verteidigerin gehört schon seit 2007 der Jonsdorfer Damenmannschaft an. So wie bisher pflegt Sven Kroschwald auch die Internetseite des neuen Jonsdorfer Eishockeyvereins. „Ich habe nie selber Eishockey gespielt. Mein Herz hängt aber schon immer – wie bei vielen anderen auch – an diesem Verein“, sagt er. Wenn man ihn nicht als Kampfrichter oder Zeitmesser an der Strafbank braucht, steht er ab Oktober wieder mitten unter den Fans. Viele sind schon am Freitag, wie er, dem Verein beigetreten.