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Die „Rampensau“ wird 50

Die Oberländer Musikanten gratulieren ihrem Sänger und hoffen auf viele weitere Auftritte. Heute gibt es eine Überraschung.

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Von Kerstin Fiedler

Damit hat Andreas Wagner sicher nicht gerechnet. Heute Morgen um 6.30Uhr haben die Oberländer Musikanten unter seinem Schlafzimmerfenster in Großwelka ein Ständchen zum Geburtstag geblasen. Zum 50., so wie es auch Bandchef Volker Schönfelder vor drei Jahren bekam.

Die Oberländer Musikanten sind da wie eine Familie. Und so haben sich Sängerin Ramona Tondera und Tubist Dirk Schimke noch im alten Jahr auf den Weg gemacht, um die Überraschung vorzubereiten. „Es gab 2011 nicht nur gute Zeiten“, sagt Dirk Schimke. Aber wenn Andreas Wagner die Bühne betritt, dann ist er voll da für sein Publikum. „Er ist eben eine echte Rampensau, er ist Andreas Wagner“, beschreibt Dirk Schimke ihn. Als Beispiel erinnern sich die Musikanten an das Stadtfest in Lübben im vorigen Jahr. „Das hat so was von geregnet“, sagt Dirk Schimke. Doch die Leute, die mit Regenschirmen geblieben sind, haben es doch verdient, dass sie Musik hören. „Also hat Andreas das Mikro genommen, hat sich zwischendurch die Hände an den Wärmestrahlern erwärmt und gesungen“, erzählt der Tubist.

Für Andreas Wagner ist die Musik ein guter Ausgleich zu seiner doch körperlich schweren Arbeit als Sprengmeister. „Das ist Knochenarbeit“, weiß seine Lebensgefährtin Ramona Tondera. Schließlich habe er viel Verantwortung, muss sich konzentrieren und ist Wind und Wetter ausgesetzt. Auch die anderen sieben Musiker sind nur Hobbymusiker – allerdings das ganz schön professionell.

Als die Blasmusikanten zum Beispiel vor zehn Jahren bei Achims Hitparade auftraten, fanden sie es gar nicht lustig, dass sie nicht live singen konnten. „Wir liefern zu den Konzerten alles so ab, wie es unsere Fans auch von unseren CDs gewohnt sind“, sagt Ramona Tondera. Und dabei ist es eben ganz wichtig, dass ein Frontmann auf der Bühne steht, der die Leute anspricht, auf die Reaktion der Zuschauer achtet und notfalls auch mal das Programm durch seine Moderation verändert. „Für uns Musiker hinter Andreas sind die kleinen Einlagen, auf die er sich vorbereitet, auch mal eine kleine Pause“, sagt Dirk Schimke.

Andreas Wagner war 1983 Gründungsmitglied der Oberländer Musikanten. Ohne ihn hätte es die Blasmusik-Formation nicht gegeben. Von Haus aus hat er Posaune spielen gelernt, Gesangsstunden hatte er nie. Und seine Gesangs-, heute auch Lebenspartnerin Ramona Tondera sagt über ihn: „Er ist meine erste Stimme – aber nur auf der Bühne“, lacht sie. Die Sängerin ist 1992 eingestiegen, feiert also dieses Jahr Jubiläum.

Beide hoffen, dass sie auch weiter bei den Konzerten übers Jahr an der Bühnenkante stehen können. Denn noch ist Enkelchen Jakob nicht ganz so weit, dass er seinen Opa vertreten kann. „Aber schon jetzt mit nicht ganz drei Jahren, kennt er keine Angst vor Publikum“, sagt Ramona Tondera. Und erzählt, dass der Junge nur mit der Musik der Oberländer Musikanten einschläft. „Im Auto will er immer Oma-Opa-Lala hören“, lacht Ramona Tondera. Und wer weiß, das zweimonatige Schwesterchen Mara könnte ja dann in ihre Richtung gehen.

Heute wird jedenfalls gefeiert – in Familie. Und dazu gehören auch die Musiker. „Vielleicht klappt es ja dieses Jahr, etwas gemeinsam mit allen Musiker-Familien zu unternehmen“, hoffen Dirk Schimke und Ramona Tondera.

www.oberlaender-musikanten.de