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Die Salzlager sind voll

Der Winter kann kommen, die Orte sind gerüstet. In Oderwitz haben sie sogar schweres Gerät in der Garage stehen.

Von Anja Beutler Und Tina Soltysiak

Wenn sich die Türen der Garage des Oderwitzer Bauhofs öffnen, bietet sich dem Betrachter ein seltenes Bild: Eine Schneefräse, die an den Unimog montiert werden kann, liegt da. „Wir haben sie im vergangenen Jahr angeschafft“, sagt Bürgermeisterin Adelheid Engel (parteilos). Erst am Dienstag der vergangenen Woche ist der Unimog des Windmühlen- und Wetterdorfes noch zur Durchsicht gewesen. Mit dem Ergebnis: Alles ist in bester Ordnung. Der Winter kann also kommen. Und wenn es hart auf hart kommt, kann die Fräse aus dem Depot geholt werden. „Bisher mussten wir sie zwar noch nicht nutzen, aber wir gehen lieber auf Nummer sicher“, erklärt Frau Engel. Grund dafür: In der Gemeinde gibt es einige markante Stellen, an denen häufig Verwehungen auftreten. „Das sind zum Beispiel die Zufahrten zum Spitzberg und zur Birkmühle“, konkretisiert Bauamtsleiter Christian Wirrig.

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Obwohl es draußen in den vergangenen Wochen zwar noch sonnig und bloß kalt gewesen ist, haben die Städte und Gemeinden bereits für den Winter vorgesorgt. Vielerorts sind die Streusalz-, Splitt- und Sandvorräte aufgefrischt worden, die Depots sind prall gefüllt.

Die Dienstpläne für den Räumeinsatz stehen auch schon. Die fünf Mitarbeiter des Oderwitzer Bauhofs werden beim Winterdienst unterstützt von der Firma Domschke. „Deren Mitarbeiter räumen vorrangig in Niederoderwitz, die Gemeinde kümmert sich um Oberoderwitz“, erklärt Wirrig. Die Geh- und Radwege hingegen werden durchgängig von den Bauhofmitgliedern beräumt.

Auf dem Eigen hingegen hat in den vergangenen Jahren noch niemand den Schneemassen mit einer großen Fräse zu Leibe rücken müssen. „In den 23 Jahren, in denen ich hier Bürgermeister bin, war das noch nie ein Thema“, sagt Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos). Er setzt ohnehin auf die Kraft der örtlichen Landwirte. Die helfen seit Jahren mit ihren starken Traktoren aus, wenn die Technik der Gemeinde nicht mehr ausreichen sollte.

Auch in Bernstadt und Herrnhut, so heißt es in den Rathäusern, sei es bislang nicht nötig gewesen, eine große Fräse auszuleihen. In der Enge von Bernstadt selbst könne man mit einem solchen Gerät ohnehin nicht viel ausrichten, denn der abgetragene Schnee müsse ja irgendwo hin, sagt Bernstadts Bauamtsleiter Christian Haensch. Bei solch schmalen innerstädtischen Straßen komme eine solche Technik also weniger infrage. Auch in Herrnhut, das ebenfalls schmale Straßen wie die August-Bebel-Straße zu beräumen hat, ist eine große Fräse nicht die erste Wahl. Bislang habe man sich da immer mit Baggern beholfen, sagt Bürgermeister Willem Riecke (Herrnhuter Liste). Eine große Fräse habe man noch nicht benötigt – wohl aber mehrere kleine. „Die brauchen wir für das Räumen auf den Gehwegen“, sagt Riecke.

Generell setzen Schönau-Berzdorf, Bernstadt und Herrnhut, aber auch die Oderwitzer, beim Streuen auf Splitt. Die Lager seien gefüllt: Bernstadt habe beispielsweise erst einen Lkw samt Anhänger mit neuem Streusplitt bekommen und auch die Nachbargemeinde hat ihren 40-Tonnen-Vorrat wieder aufgefüllt, bestätigt der dortige Bürgermeister Hänel. Salz kommt generell eher selten zum Einsatz. „Wir nutzen es nur, wenn Nässe überfriert und es zu gefährlich ist“, sagt Bernstadts Bauamtsleiter. In Oderwitz wird dies genauso gehalten. Christian Wirrig sagt: „Wir mischen dem Splitt nur da ein wenig Salz unter, wo steile Straßen beräumt werden müssen.“ Dazu zählt neben der Scheringstraße auch die Ahornallee. Auf dieser fährt nämlich der Schulbus entlang.

Falls der Winter ein recht strenger werden sollte und in anderen Gemeinden wider Erwarten doch einmal Bedarf für den Einsatz einer Fräse besteht – die Oderwitzer halten es nicht für ausgeschlossen, das Gerät auch zu verleihen, sagt Bürgermeisterin Adelheid Engel.