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Die Schulbauern von Rödern

Margarethe Beerstecher begeistert Kinder für Landwirtschaft. Dafür gab es jetzt ein Qualitätssiegel vom Bauernverband.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Für die Grundschüler der zweiten Klasse aus Kalkreuth ist jetzt schon Ostern. Bei ihrem Besuch in der Niedermühle Rödern der Produktionsschule Moritzburg hat der Osterhase für sie bunte Überraschungen versteckt. Dass sie ihren Projekttag „Ach du dickes Ei“ auf einem gerade frisch gekürten Schulbauernhof gemacht haben, ist ihnen sicher egal. „Doch Lehrer schauen schon auf solche Qualitätseinstufungen“, sagt Steffi Brjesan vom Landesbauernverband. Deshalb war sie jetzt mit Kollegin Marina Mühlberg in Rödern, um den Biohof zu zertifizieren: als Lernerlebnis-Bauernhof. Die Beerstechers von der Niedermühle haben den Test bestanden. Ein Qualitätssiegel an der Fassade wird demnächst davon künden.

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Regelmäßig kommen Schulklassen und Kindergartengruppen in die Niedermühle. Neben dem Eier-Projekttag befassen sie sich mit dem Wachsen von Brotgetreide, mit der „ollen Knolle“ oder an der Röder mit dem Thema Wasser.

Margarethe Beerstecher ist ausgebildete Bauernhof-Pädagogin. Manche Woche hat sie fast täglich Kinder auf dem Hof. Die dürfen dann auch die Esel und Ziegen streicheln. Es gibt eine Hühnervilla und Schafe einer fast ausgestorbenen Rasse: der alpinen Steinschafe.

Die beiden Frauen vom Landesbauernverband sind überzeugt, dass Margarethe Beerstecher und ihr Mann Matthias echte Schulbauern sind. „Es war sehr interessant und lustig, Kinder wie Lehrer wurden prima einbezogen“, urteilen die Fachfrauen. Bewertet wird auch, ob die Angebote pädagogisch wertvoll und lehrplangerecht sind. Die Kinder sollen in kleinen Gruppen an Stationen lernen. Das haben die Beerstechers so vorbereitet. Die Kinder konnten zum Beispiel den Ei-Frischetest im Wassergefäß machen: Sinkt das rohe Ei nach unten, ist es frisch, bleibt es oben, sollte man es nicht mehr essen. „Auf einem Lernerlebnis-Bauernhof soll man die Landwirtschaft sehen, fühlen, riechen und schmecken“, erläutert Marina Mühlberg. Es geht um die enge Beziehung zwischen Umwelt, Landwirtschaft und Bildung.

Einen unmittelbaren materiellen Vorteil hat Margarethe Beerstecher durch das Qualitätssiegel nicht. „Es gilt ein Jahr, dann muss spätestens eine Weiterbildung besucht werden“, sagt Projektleiterin Steffi Brjesan. Im vierten Jahr erfolgt die nächste Zertifizierung. Doch für die Niedermühle ist das Siegel ein besonderes Aushängeschild: Erst fünf qualitätsgeprüfte Schulbauernhöfe gibt es in ganz Sachsen, der nächstliegende ist in Weixdorf.

Für die Niedermühle ist deshalb die Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Auf der Internetseite der Lernerlebnis-Bauernhöfe ist der Biohof der Produktionsschule Moritzburg jetzt mit vermerkt, eine eigene Homepage bereiten die Beerstechers vor. Das Zertifikat soll noch mehr Schulklassen in die Mühle mit dem großen Gelände locken. Hier gibt´s eine Feuerecke, ein Klangwindspiel, ein Weidenzelt und  einen Sandspielkasten.

www.lernerlebnis-bauernhof.de