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Die Üppigkeitsvase wird zusammengepuzzelt

Dresden. Ein Sturm fegte die Corradini-Plastik vom Sockel. Jetzt wird sie restauriert. Im Frühjahr 2007 kommt eine Kopie an den Palaisteich.

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Von Kay Haufe

Eine Orkanböe war schuld. Sie fegte am 16. Dezember vergangenen Jahres die Üppigkeitsvase im Großen Garten vom Sockel. Obwohl die 1720 vom italienischen Bildhauer Antonio Corradini geschaffene Vase vier Meter hoch und 1 648 Kilogramm schwer ist, hielt sie dem heftigen Wind nicht stand. Das Kunstobjekt aus Marmor zerbrach in 153 Einzelteile.

Standort im Palais?

Doch nun die gute Nachricht: Im Frühjahr des kommenden Jahres kehrt die reichlich verzierte Vase an ihren Standort an der Hauptallee am Palaisteich zurück. Dort wird allerdings nicht das restaurierte Original stehen, sondern eine Kopie, die vom Restaurator Manfred Zehrfeld nach einem Abguss aus künstlichem marmorhaltigen Material hergestellt wird. „Dieses hat eine viel höhere Festigkeit gegenüber dem spröden Marmor“, sagt Uwe Michel, der Geschäftsstellenleiter des Großen Gartens. Für das Original der Üppigkeitsvase, auch Vase des Überflusses genannt, wird derzeit noch ein geeigneter Platz gesucht. Wahrscheinlich wird sie ab Herbst im Palais des Gartens ausgestellt.

Derzeit werden ihre Einzelteile in der Werkstatt der Restauratorengesellschaft Heidelmann und Hein in Dresden zusammengesetzt. Ein glücklicher Umstand war der Kunststoffüberzug, mit dem sie im Dezember vor den winterlichen Temperaturen geschützt war. Durch ihn wurden die feinen Bruchstücke nach dem Sturz zusammengehalten. Mitarbeiter der Restauratorengesellschaft sicherten sie bereits am darauf folgenden Morgen. Im Anschluss wurden alle Teile kartiert und gereinigt. Im Moment setzen die Fachleute die Teile mit Edelstahlverbindungen und Epoxidharzverbindungen kunstvoll zusammen. „Die Marmorteile, die beim Sturz pulverisiert sind, werden aus einer Ersatzmasse angefügt“, sagt Christoph Hein. „Eine Marmorarbeit dieser Dimension konnten wir bisher noch nicht zusammensetzen“, sagt er.

Skulpturen werden geprüft

55 000 Euro kostet die Erneuerung der Vase, weitere 50 000 Euro sind für die Kopie veranschlagt. Aufgrund des Sturmschadens sollen auch die weiteren Skulpturen im Großen Garten auf Standfestigkeit untersucht werden.