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Die vielen Interessen des Hermann Schulz

Der Döbelner Arzt war als Eiskunstläufer erfolgreich und engagiert sich fürs Theater.

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Von Jens Hoyer

Eigentlich ist Dr. Hermann Schulz keiner, der in die Öffentlichkeit drängt. Für seinen Lionsfreund Stefan Viehrig machte er eine Ausnahme. Der Vorstand der Wohnungsgesellschaft Fortschritt hatte den Arzt zum Promi-Treff eingeladen.

Langweilig wurde es gestern Nachmittag keinem, denn Schulz hat zur Medizin, zur Kunst und zum Sport etwas zu sagen. Er leitet mit zwei Kollegen das Dialysezentrum an der Grimmaischen Straße, war früher recht erfolgreicher Eiskunstläufer, er ist heute noch Preisrichter und engagiert sich darüber hinaus im Vorstand des Theater-Fördervereins fürs Wohl des Döbelner Musentempels.

Als der gebürtige Dresdner vor 13 Jahren nach Döbeln kam, war seine sportliche Laufbahn schon lange zu Ende. Begonnen hatte der 47-Jährige mit dem Eislaufen im zarten Kindesalter bei der BSG Verkehrsbetriebe Dresden. „Wir hatten eine Werbung in der Straßenbahn gesehen“, erzählte er. Mit 13 Jahren wurde Schulz Achter bei der EM in Kopenhagen. „Das war ein großes und intensives Erlebnis. Ich habe mich da gegen viele gestandene Leute durchgesetzt.“ Nach einer gesundheitsbedingten Zwangspause vertrat er die DDR 1980 bei den olympischen Winterspielen in Lake Placid und wurde Elfter. Erfolgreich war das Jahr 1981. Da wurde Schulz DDR-Meister und Vierter der EM in Insbruck. In diesem Jahr gab er den Sport auf und widmet sich seither der Arbeit als Preisrichter, unter anderem bei der Winterolympiade 2006 in Turin.

Dialysezentrum eröffnet

1996 hatte Schulz mit seinem Partner Dr. Noureddin Ibrahim das Dialysezentrum an der Grimmaischen Straße eröffnet. Heute werden dort 124 Patienten mit Nierenversagen drei Mal in der Woche bis zu fünf Stunden der „Blutwäsche“ unterzogen. Das Zentrum ist mittlerweile ein Betrieb mit 25 Angestellten und drei Ärzten. 18500 Behandlungen gab es im vorigen Jahr, 175000 seit Bestehen des Dialysezentrums.

1996 sei die Region ein „weißer Fleck“ in Sachen Dialyse gewesen. Heute gebe es Zentren in Riesa Grimma, Frankenberg und Meißen, sagte Schulz. Trotzdem sei die Zahl der Behandlungen steigend. Grund sei die Zunahme der typischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen, die unter anderem durch Bewegungsmangel und Übergewicht hervorgerufen werden.