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Diesen Schaden richten Waschbären an

Warum die Tiere für Vögel in der Dresdner Heide gefährlich sind und auch schon ein Hund gestorben ist. 

Die Waschbären breiten sich rasant in der ganzen Stadt aus, nun sind sie auch immer häufiger im Wald zu finden.
Die Waschbären breiten sich rasant in der ganzen Stadt aus, nun sind sie auch immer häufiger im Wald zu finden. © dpa

Sie sind niedlich anzusehen, aber vor allem für die heimischen Vögel gefährlich: die Waschbären. Die Tiere breiten sich in der Dresdner Heide immer weiter aus. „Sie klauen die Eier aus den Vogelnestern und fressen sie“, sagt Revierförster Jörg Stelzig aus Bühlau. Ein Grund, warum es immer weniger Vögel in Dresden gibt. Aber auch Mäuse und Eidechsen gibt es im Wald immer weniger, so Ronny Schubert vom Sachsenforst.

Spaziergänger in der Heide müssen sich keine Gedanken machen, dass der Waschbär Krankheiten auf sie überträgt, aber sie sollten auf ihre Hunde achten. „Neben den normalen Parasiten wie beispielsweise Bandwürmern, kann der Waschbär auch die Coonhound Paralyse auf Hunde übertragen“, so Schubert. Die Coonhound Paralyse verlaufe für den Hund oft tödlich. Bis jetzt gibt es laut Sachsenforst einen bestätigten Fall in der Heide. Weniger gesundheitsgefährdend, aber nervenzehrend für die Anwohner und Förster rund um die Wälder sind die Verwüstungen in Gärten und Grundstücken, die die Bären anrichten. Anwohner, die dicht an der Heide wohnen warnt Schubert vor der Besiedlung und Verschmutzungen ihrer Dachböden und Zwischenwände.

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Denn die Zahl der Waschbären im Stadtgebiet hat sich verzehnfacht. Waren es im Jagdjahr 2010/11 noch 20 Tiere, so wurden im Jahr 2017/18 laut Jagdbehörde insgesamt 254 Tiere erlegt. Zahlen zum aktuellen Jagdjahr liegen noch nicht vor. City-Trapper Thomas Schröder ist den Tieren überall in der Stadt auf der Spur. In Blasewitz, der Neustadt, am Elbepark, in Loschwitz und sogar auf der Hauptstraße hat er mit seinen speziellen Waschbärenfallen schon Tiere gefangen. „Allein seit Juli sind mir 50 Bären in Dresden in die Falle gegangen“, so Schröder.

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Den Hauptgrund für die enorme Verbreitung sieht Konstantin Schanze von Sachsenforst darin, dass mit Komposthaufen und Müll ständig genügend Nahrung verfügbar ist. Sie finden überall Futter, sei es Obst, Würmer, Vogeleier oder eben Essensreste aus Mülltonnen. Außerdem haben die Tiere in Deutschland keine natürlichen Feinde. Die possierlichen Tiere können sich in Kellern verstecken und sind dort vor Wind und Wetter geschützt. Sven Herzog, Professor für Wildtierökologie an der TU Dresden, sieht in der Verbreitung der Haustiere noch eine Ursache für die Ausbreitung. Für diese stehen Leckerbissen vor der Tür. Das lockt Waschbären an.

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