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„Döbeln war eine gute Zeit“

Thomas Kupper hat beim DSC gespielt, war Trainer, Nachwuchscoach – und sogar Jahrhundertsportler.

Thomas Kupper war Spieler, Trainer und Jahrhundertfußballer in Döbeln. Jetzt ist er beim Großenhainer FV in der Landesliga erfolgreich.
Thomas Kupper war Spieler, Trainer und Jahrhundertfußballer in Döbeln. Jetzt ist er beim Großenhainer FV in der Landesliga erfolgreich. © Matthias Kost

Döbeln. Mensch, der hat sich ja überhaupt nicht verändert. Ein typischer Kupper.“ Der Kollege staunt über das Foto des ehemaligen Trainers beim Döbelner SC, Thomas Kupper. Doch das Bild stammt nicht aus den Döbelner Zeiten, sondern ist eine Aufnahme am Spielfeldrand auf der Großenhainer Jahnkampfbahn. Dort ist der 52-Jährige seit genau einem Jahr Coach der Landesliga-Mannschaft des Großenhainer FV, hat mit seinem Team eine tolle Saison auf dem sechsten Platz hingelegt.

In Döbeln wurde Thomas Kupper im Dezember 1999 quasi zur Legende: Als Kicker in der Landesligamannschaft wurde er zu einem von fünf „Jahrhundertfußballern“ der Muldestadt gekürt. Kupper muss schmunzeln. „Man hatte damals so gewisse Zeitetappen gesetzt. Und da kam mir wohl zugute, dass ich hin und wieder mal das Tor getroffen hatte“, sagt er. Und fügt hinzu: „Na klar hat mich das gefreut.“

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Fußballerisch ist er in Riesa groß geworden, stand 1986 sechsmal im Aufgebot der BSG Stahl in der DDR-Oberliga. Auch in der zweithöchsten Klasse, der Liga, war er aktiv – bei Aktivist Schwarze Pumpe. Dann zog es ihn 1991 zu seinem ersten „Gastspiel“ nach Döbeln. Nicht nur als Spieler tat er sich hervor, auch als Stützpunkt- und Nachwuchscoach machte er sich einen Namen.

Sehr bewegt ist seine bisherige Laufbahn als Trainer. Dabei darf sich Thomas Kupper auch offiziell als Fußballlehrer bezeichnen. Denn 2005 absolvierte er eine entsprechende Ausbildung, saß beim Lehrgang in Köln unter anderem mit Thomas Häßler, Thorsten Fink, Oliver Reck auf der Schulbank – und mit Torsten Fröhling. Nach Trainerstationen in Riesa (SC/Stahl/Nachwuchsakademie) und Döbeln wechselte Kupper 2015 zu Zweitligist TSV 1860 München und wurde dort Fröhlings Co-Trainer.

„Mein Traum hat sich erfüllt! Ich wollte als Trainer einmal im professionellen Bereich ankommen, und ich wollte mal durch einen Tunnel zum Wettkampf einlaufen. Den Traum kann mir dann niemand mehr nehmen und ich werde versuchen, ihn so lange wie möglich zu leben“, sagte Kupper damals zu seiner Berufung. Nach der Entlassung des Trainergespanns in München nahmen Fröhling/Kupper die Offerte bei Drittligist SV Wehen Wiesbaden an, die im Winter 2017 auslief.

„Döbeln – das war eine gute Zeit“, sagt Thomas Kupper, ohne lange nachdenken zu müssen. In Wendezeiten habe der Fußball in der Stadt und im Umland einen Aufschwung erhalten durch den Hauptsponsor Florena. „Damit konnte man Leute überzeugen, zum SC zu kommen“, sagt er. Da sei viel Vernunft und auch Beständigkeit dabei gewesen. Doch später sei im Verein immer mal wieder der Kurs geändert worden. „Dadurch ging Konstanz verloren, der Fahrstuhl ging nach unten.“ 

Die jetzige Situation mit dem Abstieg in die Kreisoberliga „tut weh, weil in der Vergangenheit eigentlich viel richtig gemacht wurde“ und großes Augenmerk auf den Nachwuchs gelegt wurde. „Die letzten Jahre verliefen einfach etwas unglücklich“, fasst der Fußballlehrer sein Empfinden zusammen. Hin und wieder telefoniere er noch mit Mitspielern aus seiner Zeit, verfolgt zumindest die Spielergebnisse regelmäßig auf den entsprechenden Internet-Plattformen. „Es überwiegen die schönen Erinnerungen an Döbeln“, sagt Thomas Kupper.

Seit gut einer Woche steht er – nach dem Urlaub braun gebrannt – wieder auf dem Trainingsplatz seines Großenhainer FV. Vieles erinnert ihn ein wenig an die Döbelner Zeiten – vor allem wohl die Konstanz, mit der in der Röderstadt gearbeitet wird. Sein Team rekrutiert sich aus einer gesunden Mischung von Routiniers und Youngstern. Thomas Kupper übernahm die Mannschaft vor einem Jahr als Vizemeister gleich in der ersten Landesliga-Saison. Damals spielte übrigens auch noch Silvio Schwitzky beim GFV, der jetzt die Tore beim Kreisligisten in Mochau macht. Schwitzkys Abschied kompensierte Kupper schon damals mit der ihm eigenen Ruhe und kontinuierlichen Arbeit. 

Auch für die neue Saison hat sich der GFV personell breit aufgestellt – eine Erfahrung aus der Personalnot der letzten Spielserie mit zeitweise zwölf Verletzten zu gleicher Zeit. Thomas Kupper meisterte diese schwierige Phase. Durch die ihm ganz eigene Professionalität. Auch wenn ihm beim Blick auf die Auswechselbank zuweilen „die Haare zu Berge standen“.

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