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Döbra kurz vor Windhoek

Die Geschichte von Wilhelm Moritz Kürsten kennt in Döbra jedes Kind. Der gehörte einst zur deutschen Schutztruppe in Namibia und hat dort ein zweites Döbra gebaut. Vor mehr als 100 Jahren, als Namibia noch Deutsch-Südwest hieß und am deutschen Wesen die ganze Welt genesen sollte.

Die Geschichte von Wilhelm Moritz Kürsten kennt in Döbra jedes Kind. Der gehörte einst zur deutschen Schutztruppe in Namibia und hat dort ein zweites Döbra gebaut. Vor mehr als 100 Jahren, als Namibia noch Deutsch-Südwest hieß und am deutschen Wesen die ganze Welt genesen sollte. Zunächst war das afrikanische Döbra nur eine rund 7 000 Hektar große Farm, die inmitten der Hügel der Erosberge lag. Zunächst ging alles gut. Kürsten richtete sich dort ein, die Farm etablierte sich.

Doch spätestens nach dem brutal beendeten Hereroaufstand wendete sich das Blatt. Flüchtlinge zogen von Ort zu Ort. Frauen, Kinder versteckten sich in den umliegenden Bergen. Kürsten fühlte sich als Deutscher nicht mehr sicher, zog heim in sein sächsisches Döbra und verkaufte das Gut an einen lokalen katholischen Orden.

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Die Patres von der Ordensgemeinschaft pflegten die umherirrenden Menschen und begannen, als einer der ersten Schulen damals, schwarze Kinder zu unterrichten. Noch heute lernen hier 400 Schulkinder das ABC. Sie kommen aus dem ganzen Land, sprechen verschiedene Sprachen, verstehen sich trotzdem. Unabhängig von ihrer Hautfarbe. Das Lernen dort lohnt sich. Unter den Absolventen sind Abgeordnete, Minister, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer und Priester. Um Schule und Missionsstation hat sich mittlerweile die kleine Ortschaft Döbra entwickelt. Hier wohnen hauptsächlich Menschen, die in den verschiedenen Nebenbetrieben der Mission arbeiten. (SZ/bum)