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Doppelter Spatenstich in Kriebstein

Für 2,25 Millionen Euro wird der Hafen der Talsperre umgebaut. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gibt dafür den Startschuss – leise und ganz laut.

Mit einem Rammgerät schlug Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Kriebsteiner Hafen das erst Teil einer Spundwand ein.
Mit einem Rammgerät schlug Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Kriebsteiner Hafen das erst Teil einer Spundwand ein. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Nächstes Jahr kommt er mit seiner Familie auf die Seebühne und in den Kletterwald, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Gerade ist er hemdsärmelig aus einem Rammgerät gestiegen.

Das hat aber weder mit dem einen noch mit dem anderen Ausflugsziel an der Talsperre Kriebstein zu tun, sondern mit dem Dritten – dem Hafen. Der wird komplett umgebaut. Dafür gibt Kretschmer den offiziellen Startschuss. Und das gleich doppelt.

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Erst ganz leise, mit dem in solchen Fällen üblichen Spatenstich. Dabei ist er Kavalier und hilft Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (FW) in die Warnweste. Dann ziemlich laut. Dafür zieht er das Sakko aus, krempelt die Ärmel des hellblauen Hemdes hoch und steigt in ein Rammgerät. Mithilfe von Mario Pfennig, einem Mitarbeiter der Sächsischen Bau GmbH, schlägt Michael Kretschmer das erste Teil einer Spundwand für die neue Hafenmauer ein.

Langes Ringen um Fördergeld

Doch bevor dieser Schritt erfolgen konnte, entwickelte sich das Projekt recht zäh. Zumindest anfangs. „Seit 2016 haben wir unzählige Förderprogramme abgegrast“, sagt Ralf Schreiber, Vorsitzender des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Doch das Richtige sei nie dabei gewesen. Deshalb habe er im Jahr 2018 an den Ministerpräsidenten geschrieben. Nicht, um nach Geld zu fragen, sondern mit einem Vorschlag. Auf der Talsperre gibt es einen Fährverkehr. Der gehöre doch zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Deshalb sei es vielleicht möglich, aus diesem Förderprogramm Geld für den Hafenumbau zu nutzen, meint Schreiber.

So einfach sei es dann aber doch nicht gewesen. Trotzdem sei gemeinsam mit der Landesdirektion eine Lösung mit dem Infrastruktur-Programm gefunden worden. Jetzt fördern Bund und Land 1,915 Millionen der insgesamt 2,25 Millionen Euro, die das Vorhaben kostet. Die restliche 335.000 Euro steuern die drei Gesellschafter des Zweckverbandes, der Landkreis Mittelsachsen, die Stadt Mittweida und die Gemeinde Kriebstein, bei.

Barrierefreier Zugang zum Ufer

Gebaut werde in drei Abschnitten. Am wichtigsten, weil besonders marode, war der Fähranleger. Dessen Sanierung sei bereits 2019 ausgeschrieben gewesen, dann aber doch verschoben worden. Denn die Angebote der Firmen hätten die geschätzte Summe um mehr als das Doppelte überstiegen. Inzwischen steht ein riesiger Kran neben dem künftigen Anlegesteg und hilft, 12.60 Meter lange Rohre im Talsperrenboden zu verankern.

Ganz neu entsteht ein Aufzugsgebäude. Damit zwei große Akazienbäume erhalten werden können, wird das nicht an den Rand, sondern in die Mitte der Hafenmauer gesetzt. „Es wird auf drei Seiten verglast“, sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes. Für einen barrierefreien Zugang zur Uferpromenade wird in das Gebäude ein Behindertenlift eingebaut. Außerdem ist dort künftig die Information zu finden. Und es ist ein Lager für die Getränke und andere Materialien vorgesehen, die auf den Schiffen benötigt werden. „Damit verbessern sich die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiter“, meint Ralf Schreiber.

Die Promenade soll ebenfalls aufgewertet werden. Mit Sitzgruppen, kleinen bepflanzten Flächen und Blumeninseln soll sie künftig zum Flanieren und Verweilen einladen.

Warten auf den ersten Spatenstich.
Warten auf den ersten Spatenstich. © Dietmar Thomas
Vor dem Spatenstich hilft Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler in die Warnweste.
Vor dem Spatenstich hilft Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler in die Warnweste. © Dietmar Thomas
Den obligatorischen Spatenstich vollziehen alle am Hafenumbau Beteiligten.
Den obligatorischen Spatenstich vollziehen alle am Hafenumbau Beteiligten. © Dietmar Thomas
Fertig. Bei der Wärme werden Westen und Helme schnell wieder ausgezogen. 
Fertig. Bei der Wärme werden Westen und Helme schnell wieder ausgezogen.  © Dietmar Thomas
Mit Unterstützung von Mario Pfennig von der Sächsischen Bau GmbH rammt Michael Kretschmer das erste Teil einer Spundwand in den Boden. 
Mit Unterstützung von Mario Pfennig von der Sächsischen Bau GmbH rammt Michael Kretschmer das erste Teil einer Spundwand in den Boden.  © Dietmar Thomas
Das wollen viele der Anwesenden im Bild festhalten.
Das wollen viele der Anwesenden im Bild festhalten. © Dietmar Thomas

Zur Saison 2021 soll alles fertig sein

Es sei zwar eine komplizierte Wasserbaustelle, aber der Großteil des Projektes soll bis zum Beginn der nächsten Saison an der Talsperre Kriebstein abgeschlossen werden. Bis Oktober/November 2021 werde es zwar noch Restarbeiten geben. „Aber die werden den Fährbetrieb nicht beeinträchtigen“, ist sich Schreiber sicher.

Michael Kretschmer bezeichnet die Talsperre als einen bezaubernden Ort, der romantisch gelegen ist und mit dem viele Menschen schöne Erinnerungen verbinden, sei es Urlaub, Camping oder gar die Hochzeit. Er lobt die Frauen und Männer von einst und heute, die sich nicht mit dem Vorhandenen zufriedengeben, sondern mehr wollen. Deshalb werde mit der Sanierung des Hafens eine Tradition fortgesetzt und dafür gesorgt, dass auch in Zukunft Tourismus an der Talsperre möglich ist.

Talsperre soll Vorzeigeobjekt werden

Darüber freut sich auch Landrat Matthias Damm (CDU). Gleichzeitig zeigt er auf, dass auch nach der Hafensanierung noch einiges zu tun ist. Über die Zuschauertribüne der Seebühne müsse ein Sonnensegel gespannt und die Bedingungen für die Schauspieler und die Gastronomie verbessert werden. Für Instandsetzungsarbeiten an der Staumauer werde der Pegel der Talsperre abgesenkt. Aber das erfolge im Winter. Der Bau des Burgberges, der Zufahrtsstraße aus Erlau und Investitionen in die Schiffe gehörten ebenso dazu. „Die Talsperre soll zum Vorzeigeobjekt in Mittelsachsen und ganz Sachsen werden“, so Damm.

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