merken
PLUS

Dresden

Kommt Heino zum Semperopernball?

Der Schlagersänger mit Rockertalent will‘s noch mal wissen. Er startet seine neue Klassik-Tournee in Dresden. Doch da könnte noch mehr gehen.

Der Schlagersänger mit Rockertalent will‘s noch mal wissen. Bei seiner Tour unterstützt ihn der österreichische Musiker Revich mit einer Stradivari aus dem Jahr 1709.
Der Schlagersänger mit Rockertalent will‘s noch mal wissen. Bei seiner Tour unterstützt ihn der österreichische Musiker Revich mit einer Stradivari aus dem Jahr 1709. © René Meinig

Zu später Stunde ist Heino am Montag nach Dresden gekommen. Dorthin, wo er am 6. Oktober nächsten Jahres ein neues Projekt beginnen wird. In die schönsten Säle zieht es ihn mit seinem Orchester und dem jungen Geiger Yury Revich. Dort will er endlich mal das machen, wozu er schon so lange Lust habe, erzählt der 80-Jährige: „Schön singen, nicht laut.“

Die schönsten Orte – wäre da nicht die Semperoper vor dem Kulturpalast zu nennen? In Letzterem wird Heino den Auftakt seiner Klassik-Tournee geben. „Während einer Tour gleich zweimal in derselben Stadt aufzutreten, das wird nicht funktionieren“, erklärt Heinos neuer Manager Helmut Werner. Doch die Semperoper sei natürlich ein Ziel. „Vielleicht früher, als man erwarten würde“ könnte der Schlagerstar dort zu erleben sein, deutet Werner lächelnd an. Vielleicht ja schon auf dem 15. Semperopernball am 7. Februar?

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Vor allem aber soll es während der Pressekonferenz Montagabend im Kempinski um Heinos Neuerfindung seiner Person gehen. Jahrzehntelang mit Schlagermusik erfolgreich, hatte er vor einigen Jahren begonnen, Rockmusik zu spielen. Die Tour zum Album hieß „...und Tschüss“. Das habe die Welt falsch verstanden, erklärt Heino nun. „Immer wieder musste ich über mich lesen, ich gäbe meine Abschiedstournee. Aber das kam nie aus meinem Mund“, sagt er. „Ich singe so lange, wie es der liebe Gott zulässt und bis ich umfalle!“

Jetzt also klassische Musik. Oder Heino, klassisch umspielt. Dafür hat er ein 30-köpfiges Ensemble engagiert. Dazu gehören zwei Keyboards  "mit denen man alle möglichen klassischen Instrumente erzeugen kann“, erklärt Heino. Bass und Schlagzeug dazu, fertig. Auf Nabucco können sich die Fans ebenso freuen, wie auf „Tage wie diese“ von den Toten Hosen oder – wenn gewünscht – auch „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ aus Heinos Startrepertoire.

"Die Geige ist älter als ich, sieht aber viel jünger aus"

Rund 20 Konzerte, überwiegend in Deutschland stehen auf dem Programm. Das gestaltet der österreichische Musiker Revich auf seiner Stradivari aus dem Jahr 1709 mit. „Die Geige ist älter als ich, sieht aber viel jünger aus“, scherzt Heino. Und noch etwas: „Die Geige ist so wertvoll, dass sie einen eigenen Bodyguard bekommen wird und in Höhe von acht Millionen Euro versichert ist“, plaudert Heinos Manager Helmut Werner aus. 

Die beiden kennen sich erst seit März dieses Jahres. Zuvor kümmerte sich 16 Jahre lang Jan Mewes um Heinos Management. Doch mit ihm ist der Sänger inzwischen zerstritten. Auch dazu erklärt sich Heino in Dresden: Rund 100.000 Euro behalte der Sänger ein, Gagen, die er ersungen habe. Im Gegenzug verlange Mewes 120.000 Abfindung. Wofür? Das kann Heino nicht verstehen. „Ich hatte mit Jan Mewes nie einen schriftlichen Vertrag. Er hat sich mir angeschlossen, nicht ich ihm.“

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Warum Heino nicht nach Nossen kommt

Ein Bauunternehmer lud den Sänger zum Firmenjubiläum in einem Rittergut ein und bekam überraschend eine Zusage. Doch dann begann der Ärger.

Symbolbild verwandter Artikel

Semperopernball: Das gibt es zum Essen 

Tanzen gehört zum Ball, essen auch. Damit die Gäste künftig besser genießen können, starten die Veranstalter einen Versuch.

Symbolbild verwandter Artikel

Judith Rakers moderiert Semperopernball

Die Tagesschau-Sprecherin wird Anfang Februar an der Seite von Roland Kaiser durch den Ball führen. Und teilte in Dresden direkt gegen den Sänger aus.

Anschließen wird sich Heinos Frau Hannelore ihrem Mann indes auch auf der neuen Tournee. „Sie begleitet mich immer, seit 40 Jahren.“ Nur die Reise nach Dresden habe er ihr nicht abverlangen wollen. „Sie hat neue Knie und eine neue Hüfte bekommen und muss sich schonen.“ Dass ihr Mann mit 80 Jahren der Bühne noch immer nicht den Rücken kehrt, finde sie gut. „Sie hatte Verständnis, als ich sagte, dass ich musikalisch zu meinen Wurzeln zurück und mal wieder schön singen will“, sagt Heino. „Die Hannelore ist so ein richtiges altes Schaukelpferd.“ Unverwüstlich.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.