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Zukunft des Hechtfests steht auf dem Spiel

Weil die Stadt neue Radbügel montieren will, ist die Stadtteilfete bedroht. Bisher gibt es keine Lösung. Nun planen die Veranstalter eine Aktion zur Rettung.

Weniger Besucher - davor haben die Hechtfest-Macher Angst, wenn die Stadt ihre Pläne für neue Radbügel im Viertel durchsetzt.
Weniger Besucher - davor haben die Hechtfest-Macher Angst, wenn die Stadt ihre Pläne für neue Radbügel im Viertel durchsetzt. © Ronald Bonß

Eine Sache drückt Kathrin Köhler, der Vereinsvorsitzenden der Initiative Hechtviertel, derzeit auf der Seele. In die Vorbereitungen zum diesjährigen Stadtteilfest vom 23. bis 25. August mischt sich die Ungewissheit, ob die Fete auch im nächsten Jahr noch steigen kann. Dass es noch immer keinen Kompromiss mit der Stadt gibt, sei traurig.

„Es ist unklar, ob eine Lösung für die Radbügel gefunden wird“, sagt sie. Im Mai hatte die Stadtverwaltung erklärt, an Kreuzungen im Viertel feste Radständer aufstellen zu wollen. Damit reagiert die Stadt auf eine Petition von Anwohnern, die kritisiert hatten, dass die Schulwegsicherheit gefährdet sei, weil immer wieder Autos auf den Kreuzungen parken würden. Kinder müssten deshalb beim Queren der Straße auf die Fahrbahn ausweichen. Das Problem für die Hechtfest-Veranstalter: Die größten Bühnen werden jährlich an den Kreuzungen aufgestellt. Sollten die Radbügel wie vorgesehen im September montiert werden, könnte das das Ende für das Hechtfest bedeuten. Denn: Wenn die Bühnen nicht gestellt werden können, sinke laut Köhler die Attraktivität des Fests. Dann könnten die Organisatoren vermutlich nicht mehr kostendeckend arbeiten.

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Bereits vor Wochen hatte sich unter anderem der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze in die Debatte eingeschaltet. Gemeinsam mit den Hechtviertel-Machern wurde der Verwaltung vorgeschlagen, Pflanzkübel anstelle von Radbügeln aufzustellen. Sie könnten zum Hechtfest einfach weggestellt werden und die Party damit ohne Probleme stattfinden. Sichere Schulwege seien für Kinder auch so gewährleistet, weil Autos nicht mehr parken könnten.

Aktive aus dem Hechtviertel sowie der Verein Stadtgärten hatten sich bereit erklärt, die Patenschaft und Pflege der Pflanzkübel zu übernehmen. „Bisher fehlt aber die Zuarbeit aus den zuständigen Geschäftsbereichen“, sagt Torsten Schulze. Allerdings habe Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) zugesichert, sich kümmern zu wollen. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir eine Lösung finden“, so Schulze. Die Begründung, dass für die Pflege der Kübel kein Geld vorhanden sei, will er zudem nicht akzeptieren. Denn Paten für das Projekt seien ja bereits gefunden.

Auf SZ-Anfrage heißt es bei der Stadt, dass der Einbau der Radbügel nach dem Hechtfest erfolgen soll – voraussichtlich im September. So hätten die Veranstalter Zeit, „die geänderten Gegebenheiten zu berücksichtigen. Entsprechende Informationen mit den Veranstaltern des Hechtfestes wurden ausgetauscht.“

Eine konstruktive Lösung ist das für Katrin Köhler nicht. Sie erklärt, wenn keine Einigung gefunden wird, will der Verein zum Hechtfest eine zweite Petition starten – gegen die Radbügel und für die Pflanzkübel. „Das ist zwar nicht der Weg, den wir gehen wollen. Wir hatten auf einen konstruktiven Kompromiss und ein Miteinander gehofft“, aber sie sehe dann keine andere Option. Ihr liege die Schulwegsicherheit sehr am Herzen, eine Zukunft für das Hechtfest aber genauso.

Für dieses Jahr laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren: Unter anderem wurde das Sicherheitskonzept überarbeitet. Laut Köhler wurden kleine Veränderungen vorgenommen – zum Beispiel, was die Evakuierung bei Unwetter betrifft. Auch erwartet der Verein etwas weniger Händler als 2018, zudem wird das Festgelände am 23. bis 25. August kleiner sein.

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„Die Freifläche am Königsbrücker Platz lassen wir diesmal außen vor“, so Köhler. „Wenn wir eine Sondernutzungsgenehmigung beantragen und die ohnehin wegen den hohen Temperaturen angegriffene Wiese von vielen Besuchern betreten wird, könnten wir Probleme mit dem Umweltamt bekommen.“ Das Bühnenprogramm stehe bereits weitgehend, eine konkrete Bandübersicht soll es zwei Wochen vor dem Start des Stadtteilfests geben. (SZ/mes)

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