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Dresdner Zahnarzt für Königswartha

Andrea Wendler hat ihre Praxis an Carsten Trebert übergeben. Der freut sich hier nicht nur auf die Patienten.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Königswartha. Dass er Dresdner ist, kann Carsten Trebert einfach nicht verheimlichen. Der Dialekt ist zu eindeutig. Dennoch lebt er mittlerweile seit zehn Jahren in Königswartha. Zunächst nur am Wochenende. Doch seit drei Jahren als Hauptwohnsitz. Seit dieser Woche arbeitet er als Zahnarzt in der Praxis am Kastanienring in Königswartha. Diese hat er von Andrea Wendler übernommen, die in Ruhestand gegangen ist. Ein Glücksfall für Königswartha, denn sonst gäbe es dort keinen Zahnarzt mehr.

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Eigentlich war es ziemlich klar, dass Carsten Trebert „was mit Medizin“ machen wollte. Nach dem Abitur am Gymnasium in Dresden begann er ein Medizinstudium. Aber irgendetwas fehlte ihm. Denn eigentlich war er schon immer auch der Praktiker, hat gern gewerkelt. Zu Studienzeiten hat er aus Geldmangel begonnen, selbst an Autos zu schrauben. „Ich mache noch heute alles selbst am Auto“, sagt Trebert. Und wenn doch mal etwas elektronisch auszulesen ist, dann hat er einen Freund, der ihm hilft. Doch die Teile bestellt er dann wieder selber und baut sie ein. Also hat er damals überlegt, die Fachrichtung zu wechseln und studierte Zahnmedizin am Uniklinikum Dresden. „Das hat doch auch mit handwerklichen Fähigkeiten zu tun“, findet Carsten Trebert. Dann arbeitete er in verschiedenen Praxen, zum Beispiel in Hilbersdorf, das nahe Freiberg liegt. Später wurde er Vertretungszahnarzt nahe Dresden oder auch in Niesky. Doch Lebensmittelpunkt blieb immer Dresden. Bis er eine Königswarthaerin kennenlernte. Vor drei Jahren bekamen die beiden Nachwuchs. Und weil sie selbstständige Handwerksmeisterin ist, nahm er die Elternzeit.

Lange Suche

Carsten Trebert hat schon einige Male Anlauf genommen, sich selbstständig zu machen. Doch immer wieder kamen private Dinge dazwischen, die ihn das Vorhaben verschieben ließen. „Ich habe mir bestimmt 15 bis 20 Praxen angesehen, die einen Nachfolger gesucht haben“, sagt Trebert. Und er weiß, dass viele davor zurückschrecken, aufs Land zu gehen oder sich überhaupt selbstständig zu machen. „Es gibt schon viel Bürokratie“, gibt er zu. Vor einem Jahr wurde dann die Entscheidung getroffen, dass er diese Praxis in Königswartha übernimmt. Damit gibt er nicht nur den Patienten eine Chance, weiter vor Ort behandelt zu werden. Er sichert damit auch die Arbeitsplätze der drei zahnmedizinischen Fachangestellten. Die Schwestern, die zwischen 28 und 36 Jahre alt sind, und der Zahnarzt beginnen gerade, sich gegenseitig kennenzulernen und die Arbeitsweise aneinander anzupassen. „Ich möchte die drei Kolleginnen viel in die Arbeit einbeziehen“, sagt Trebert. Für ihn ist vor allem wichtig, dass die Patienten auch verstehen, was das Team mit ihnen vor hat. „Sie sehen ja schließlich nicht, was wir da in ihrem Mund so machen“, schmunzelt er. „Ich habe Freude daran, den Patienten technisch verständlich zu erklären, was ich vorhabe“, sagt Carsten Trebert. Die Patienten sollen es nachvollziehen können. In der Praxis wird er zunächst nicht viel verändern. Allerdings hat er vor, in spezielle Technik zu investieren. „Wenn man mit dieser Technik schon gearbeitet hat, möchte man es nicht mehr missen“, so Trebert. Einige kleinere Dinge, die er wichtig findet, hat er schon bestellt. Sein Credo lautet: „Qualität ist das Wichtigste. Alles andere ist Zeitverschwendung.“

Zeit verschwenden kann Carsten Trebert sowieso nicht. Schon zu Studienzeiten hat man ihm nachgesagt, dass er ja nie Zeit hat, weil er immer irgendwie arbeiten war. „Ich hatte schon als Jugendlicher bestimmte Qualifikationen wie Lkw- oder Kran-Schein, sodass ich lukrative Jobs während des Studiums bekam“, sagt Carsten Trebert. Nachtschichten hat er zum Beispiel im Druckhaus in Dresden gemacht. Und auch heute setzt er sich nur selten mal aufs Sofa. „Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich die Arbeitshosen an und losgeht’s“, sagt er. Ob am Haus, im Garten oder beim Holz holen aus dem Wald. Zu tun hat er immer. Und dass er sich entschieden hat, aus der Großstadt nach Königswartha zu ziehen, hängt auch mit seinen Hobbys zusammen. Denn Trebert liebt die Natur. Schon als Kind hat er sich für Insekten und Käfer interessiert. Die beiden Vitrinen im Wartezimmer der Praxis zeugen davon, dass er dieses Hobby nun wiederentdeckt hat. So hat er die afrikanischen Rosenkäfer alle selbst im Heizungskeller gezüchtet und später präpariert. Aber er ist auch Angler, Mitglied im Kreischaer Anglerverband. Doch auch im Anglerverband Schwarzwasser Königswartha engagiert er sich.

Etwas, was ihm dagegen noch nicht so gefällt, ist, dass er nun weit weg vom Freundeskreis lebt. „Früher bin ich schnell mal um die Ecke gegangen. Jetzt ist der Weg etwas weiter“, sagt er. Doch jetzt ist er erst einmal gespannt auf die Patienten. „Die ersten Tage sind nicht so viele Patienten gekommen, wie ich das bisher gewohnt war. Aber es waren doch mehr als gedacht“, sagt Carsten Trebert zufrieden.