SZ +
Merken

Druiden wollen wieder eine Loge aufbauen

Zum dritten Mal in kurzer Zeit waren Ordenssekretär Jochen Weidner und Edel-Erz Dieter Marquardt vom Deutschen Druidenorden VAOD gestern in Großenhain. Dieses Mal führte sie ihr Weg ins Rathaus: Oberbürgermeister...

Teilen
Folgen

Zum dritten Mal in kurzer Zeit waren Ordenssekretär Jochen Weidner und Edel-Erz Dieter Marquardt vom Deutschen Druidenorden VAOD gestern in Großenhain. Dieses Mal führte sie ihr Weg ins Rathaus: Oberbürgermeister Burkhard Müller (CDU) traf sich mit den Druiden, die keinen Hehl daraus machen, dass sie in Großenhain gern wieder eine Loge gründen wollen. Sogar zwei solcher Bruderschaften gab es bis zur Zwangsauflösung 1935 in der Stadt (SZ berichte mehrfach). Der sozial und humanistisch orientierte Druidenorden möchte seine Präsenz im Osten Deutschlands damit erweitern. Bisher bestehen Logen im Elbtal (Stolpen), in Guben und Leipzig. Vielleicht bald auch in Potsdam.

Ähnlich wie Lions oder Rotarier

Die Druiden wünschen sich dafür die Unterstützung von OB Müller. Denn: Sollte es Interessenten geben, will der Orden auch ein Gebäude suchen. „Wir wissen, dass in Großenhain bereits die Lions und die Rotarier aktiv sind“, sagt Edel-Erz Dieter Marquardt, Vorsitzender der Leipziger Humboldloge. Auch der Druidenorden wirkt nach außen karitativ. Die beiden Logenbrüder übergaben für das Tornado-Spendenkonto gestern 1000 Euro. Der ordenseigene Hilfsfonds Druidenhilfe hat mit zu dieser Summe beigetragen.

60 Druidenlogen mit knapp 1500 Mitgliedern bestehen insgesamt in Deutschland. Organisiert sind sie als Vereine, haben also mindestens sieben Mitglieder. Ihnen geht es um Selbsterkenntnis und -vervollkommnung und Wissenszuwachs. Ähnlich wie bei den Freimaurern binden sich Interessenten lebenslang an den Druidenorden. Die Aufnahme in eine Loge erfolgt erst nach gründlicher Prüfung und mit feierlichem Ritual.

OB Müller sieht für eine Logenneugründung in Großenhain keinen Hinderungsgrund – im Gegenteil: Das Stadtoberhaupt will eine größere Infoveranstaltung im Herbst mit unterstützen. Im Museums-Förderverein hatte sich der Druidenorden bereits vorgestellt.

„Logenmitglied zu sein, war früher heilig“, sagt Jochen Weidner. Wer was auf sich hielt, gehörte dazu. Der Logentag war der Höhepunkt der Woche. Heute ist es bei den vielen Möglichkeiten, sich zu engagieren – oder zu amüsieren – schwerer, Mitstreiter zu finden. „Doch eine Loge kann das städtische Leben und das Geschehen in der Region bereichern“, so OB Müller.Kathrin Krüger-Mlaouhia

www.deutscher-druidenorden.de