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Windel-Hersteller hilft bei Atemschutz

Die belgische Firma Drylock stellt in ihrem Betrieb in Hradek nun auch Nanofilter her. Der wird in Tschechien dringend benötigt.

Drylock Technologies hat eine Maschine so umfunktioniert, dass sie nun Nanofilter statt Windeln herstellt.
Drylock Technologies hat eine Maschine so umfunktioniert, dass sie nun Nanofilter statt Windeln herstellt. © Petra Laurin

Innerhalb weniger Tage hat Drylock in Hradek (Grottau) ein Wunder vollbracht. Die belgische Firma hat in ihrem Betrieb eine Maschine so umfunktioniert, dass sie statt Windeln nun Nanofilter für Atemschutzmasken produziert. Am Wochenende konnten Polizisten und Feuerwehrleute schon die ersten Produkte testen. Die Lieferungen gehen auch in das Gesundheitswesen, informiert der Liberecer (Reichenberger) Bezirkshauptmann und Ex-Hradeker Bürgermeister Martin Puta.

Die Fabrik liegt direkt in der Nähe des Dreiländereckpunktes  und ist bereit, nun täglich bis zu 100.000 Nanofilter herzustellen. Diese entsprechen mit ihren Eigenschaften den Beatmungsgeräten FFP2. Weil aber die Grenzen geschlossen sind, muss die Firma derzeit auf 33 Mitarbeiter aus Polen und Deutschland verzichten. "Wir mussten sie durch Hilfskräfte ersetzen", sagt Ondrej Kout, Leiter der Personalabteilung. Ein zweites Problem stellt der Mangel an Filter-Material dar. Deshalb wird nun intensiv nach einem weiteren Lieferant außerhalb des Liberecer Bezirks gesucht.

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Aus alten Garagen entstand Corona-Station

In Tschechien stehen nach Schätzungen Kapazitäten bereit, um täglich Millionen Austauschfilter für Textilmasken herzustellen. Diese Menge würde auch zum Schutz von Bewohnern und aller Mitarbeiter bei Sozialdiensten reichen, die sich über den Mangel beklagten. In den vergangenen Tagen haben Hygieniker den Virus in zwei Altenheimen in Liberec-Frantiskov und Cesky Dub entdeckt.

"Nun haben wir alle Senioreneinrichtungen mit 27.500 Nanofiltern versorgt", berichtet Martin Puta. In der ersten Linie kommen laut ihm mit dem Virus rund 25.000 Menschen in Kontakt, die wöchentlich 350.000 Schutzmasken brauchen. "Deswegen wollen wir die Erzeugung noch erhöhen." Ziel ist es, unabhängig von den verteuerten Lieferungen aus China zu werden.

Ein zweites Wunder gelang in Ceská Lipa. Dort ist aus alten Garagen des Krankenhauses innerhalb von 80 Stunden eine Station für Patienten mit Verdacht auf den Coronavirus entstanden. Diese sogenannte Feldeinrichtung verfügt über zwölf Betten, zwei Plätze sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet. "Dort werden Menschen in ärztlicher Behandlung auf die Resultate der Tests warten", erklärt der Stellvertreter des Hauptmannes für Gesundheitswesen, Premysl Sobotka. Das Krankenhaus soll auch mit einem Gerät für die Auswertung der Tests ausgestattet werden. Zurzeit werden alle im Liberecer Labor bearbeitet. Die tägliche Kapazität ist aber auf 170 Tests begrenzt.

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In der Region Liberec gibt's inzwischen 70 positive Fälle. In Tschechien sind bis Montagmorgen 17 Personen an Covid-19 verstorben. Die Ansteckung konnte landesweit bei 2.837 Menschen nachgewiesen werden, bei rund 43.500 Tests. Nach Aussage von Gesundheitsminister Adam Vojtech (parteilos) sind derzeit 200 bis 250 Menschen in Krankenhäusern, fast die Hälfte davon ist in einem ernsthaften Zustand. Die Regierung verhandelt über die Verlängerung des Notstands nach dem 1. April.

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