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Durchfaller Schulnetzplan

Das Gymnasium Bühlau soll fünf Züge aufnehmen, obwohl weder die Flächen ausreichen, noch der Brandschutz geklärt ist.

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Von Kay Haufe

Die Diskussion des neuen Schulnetzplanes im Loschwitzer Ortsbeirat zeigte eines deutlich: Es gibt an vielen Schularten im Bereich enorme Probleme. Auf sie hat der Entwurf der Verwaltung keine oder nicht akzeptable Antworten bereit. Zudem ist er nicht an den aktuellen Bevölkerungsprognosen orientiert. Die Räte lehnten den Plan für Loschwitz ab. Die SZ analysiert die größten Probleme.

Problemfall 1: Gymnasium Bühlau

Das als vierzügiges Gymnasium gebaute Haus wird im Plan plötzlich als fünfzügig ausgewiesen. Damit würde sich die Schülerzahl von 950 auf 1150 erhöhen. Rund 30 Lehrer kämen zu den jetzigen hinzu. Die Stadt hat im Vorfeld weder mit der Feuerwehr noch mit der Unfallkasse über die Kapazitätserhöhung und damit verbundene Sicherheitsrisiken gesprochen. Die Mensa ist für die Pausenversorgung zu klein, ebenso der Schulhof. Schon bei einer Vierzügigkeit hätte jeder Schüler nur 3,8 Quadratmeter Platz. Das Gesetz sieht vier bis sechs vor. Auch die Toiletten sind für 1150 Schüler nicht ausreichend, sagen die Elternvertreter. Für bauliche Erweiterungen gibt es weder Pläne, noch ist Geld dafür vorhanden,

Problemfall 2: 88. Grund- und Mittelschule

Der Vorschlag der Stadt, die 88. Mittelschule zu schließen, wird neben den Eltern und Lehrern auch von allen Ortsbeiräten abgelehnt. Angesichts steigender Kinderzahlen könne sich Dresden keine Schulschließung leisten. Im Schulnetzplan seien weder die Zahlen von Rückkehrern aus dem Gymnasium noch die der Graupaer Schüler berücksichtigt. Auch die Schüler aus der Region, die an der gefragten 62. Mittelschule keinen Platz bekommen und dann die 88. wählen, spielten im Plan keine Rolle. Die Elternräte beider Schularten fordern die Stadt auf, nach einem geeigneten Grundstück für den Neubau eines Schulteiles zu suchen, um das bestehende Haus zu entlasten und eine sichere Perspektive zu bieten.

Problemfall 3: Förderschule Luboldtstraße

Die größten Ungereimtheiten gibt es im Hinblick auf die Außenstelle des Förderzentrums Makarenko. Laut Schulverwaltungsamt gab es für das Haus auf der Luboldtstraße in den letzten drei Jahren keine Anmeldungen mehr. Deshalb soll es 2013 geschlossen werden. Eltern haben aber wiederholt dargestellt, dass ihnen gesagt wurde, die Schule würde geschlossen und ihre Kinder müssten ins Haupthaus nach Pieschen. Demzufolge sahen sie von Anmeldungen ab. Die Ortsbeiräte stellten klar, dass sie am Standort Weißer Hirsch festhalten wollen. SPD-Stadtrat Martin Bertram empfahl, auf der Luboldtstraße einen modellhaften Schulversuch zu starten. Als Partner käme die 88. Grund- und Mittelschule infrage.