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Ein Jubiläums-Konzept der besonderen Art

Die Hans Christian Andersen Grundschule ist fünf Jahre alt. Das wird an der Schulstraße gefeiert. Eltern machen dafür sogar extra Urlaub.

Von Carla Mattern

Mathebücher, Atlanten, Arbeitshefte, Füller, Geodreiecke und Hausaufgabenhefte machen Pause. Eine ganze Woche lang bleiben die Schulutensilien ungenutzt. Denn an der Hans Christian Andersen Schule in Niesky gibt es ein Jubiläum zu feiern. Fünf Jahre ist die Schule alt. Fünf Jahre? Die Schule steht doch bereits viel länger? Das Gebäude auf jeden Fall, das stimmt.

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Doch seit dem Frühjahr 2009 ist es saniert und modernisiert und darin die Nieskyer Grundschule untergebracht. Die Stadt hat danach die andere Grundschule an der Bahnhofstraße abreißen lassen. Umgezogen und zusammengezogen sind Schüler und Lehrer aus den bisherigen Grundschulen I und II. Der schöne Name ist von der Bahnhofstraße an die Schulstraße mitgenommen worden. Und der bekannte Märchendichter und Schriftsteller hätte gerade in dieser Woche am 2. April Geburtstag. So wundert es nicht, dass aus der Geburtstagsparty für den Namensgeber und fünf Jahren Hans Christian Andersen Schule eine Schulfestwoche und quasi pro Schuljahr ein Feiertag organisiert wurde.

Feiertag heißt ja auch nicht, dass alle Zuhause bleiben. Im Gegenteil: An der Schule ist jeden Tag ganz viel und etwas anderes los. Start war gestern mit einem Kunstprojekttag. Mit der Malerin Margot Schönherr aus Niesky wurde gemeinsam eine Märchencollage gefertigt. Frank Stuckert vom Theater Work Shop improvisierte mit Mädchen und Jungen Szenen aus Andersens Märchen. Mit Dieter Gans aus Horka fertigten die Kinder Märchenfiguren aus Keramik. Aber auch Linedance, Musizieren mit Rhythmusstäben oder Scherenschnitte basteln stand neben anderem auf dem Programm. Und das Beste: Ganz nach Vorliebe, Neugier und Interesse wählten die Mädchen und Jungen selbst, was sie machen.

Selbst entschieden haben auch die Eltern, die für Kinder und Lehrer das Märchenstück „Der Soldat und das Feuerzeug“ einstudiert haben und sie damit beschenken. Am Sonnabend haben die 15 bis 20 Mitwirkenden die Generalprobe gehabt. „Es hat gut geklappt. Das macht uns stolz“, sagt Vater Sebastian Schramm. Aufwendig und anspruchsvoll ist das Theaterstück. Denn nicht nur Schauspieler werden gebraucht, auch Requisiten, Hunde, Hexen, Vorhang: Das will alles organisiert werden. Nicht zu vergessen die Zeit, die sich die Mitwirkenden nehmen. Am Mittwoch wird das Stück zweimal aufgeführt. Für diesen Tag haben viele Eltern extra Urlaub genommen. Sebastian Schramm führt als Erzähler Hans Christian Andersen durch das Stück. Am Freitag sitzt er dann in der Jury, wieder als der große Märchendichter.

Dann haben die 273 Erst- bis Viertklässler ihren großen Sängerwettstreit bereits hinter sich, die Zwergenolympiade an verschiedenen ungewöhnlichen Sportstationen, den Aktionstag mit dem Neugierexpress, der unter anderem lustige Experimente anbietet. Der Freitag mit dem großen Talentefest wird noch einmal ein richtiger Höhepunkt, sagt Gerda Hänsch, die stellvertretende Schulleiterin. Eltern haben dafür Preise gebastelt und jedes Kind bekommt einen. Außerdem singen alle 14 Klassen beim Sängerwettstreit um die Ehre und den Sieg. Die Besten beenden das Fünf-Tage-Schulfest dann mit ihren Vorträgen.