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Ein Leben für die Feuerwehr

Die Feuerwehr Naundorf feiert ihr 75-Jähriges. Drei Kameraden werden geehrt. Eine Frage bleibt: Kommt das neue Auto pünktlich?

Von Tina Soltysiak

Freudestrahlend beglückwünschen Steffi Hänsel, Andrea Schneider und Bettina Funke mit einem Küsschen auf die Wange die drei neuen Träger des Ehrenkreuzes. Am Sonnabend sind Heinz Beier und Rolf Naumann für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Naundorf ausgezeichnet worden. Durch das Gut Müller in Naundorf Nummer 25 schallt ein dreifaches „Gut – Wehr“. Mit großem Applaus feiern die Kameraden die beiden über 80-Jährigen. Und sich selbst. Denn die Feuerwehr Naundorf ist vor 75 Jahren gegründet worden. „Ihr habt somit den wesentlichsten Weg mit erlebt und auch mit geprägt“, sagt der Chef der Wehr Jochen Schmidt an die beiden Ausgezeichneten gewandt. Er selbst steht seit 40 Jahren im Dienste des Nächsten, 36 davon als Wehrleiter. „Zur Wahl 2017 möchte ich das Amt an einen Jüngeren abtreten“, sagt Jochen Schmidt. Die Kameraden tauschen einige verwunderte Blicke aus. So richtig glauben mag ihm das niemand. „Er hat gesagt, dass er es möchte, nicht dass er es macht“, scherzt Bernd Starke, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Leisnig. Doch Schmidt merke, dass ihn die moderne Technik langsam überhole, sagt er. Als Schmidt die Wehr übernommen hat, zählte sie 27 Kameraden. Und damit genauso viele wie zur Zeit ihrer Gründung. Aktuell sind es noch elf Männer und drei Frauen, die zu Einsätzen ausrücken. „In der Altersabteilung haben wir jeweils vier Kameraden und Kameradinnen“, so Schmidt.

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Die Arbeit sei gar nicht hoch genug einzuschätzen, die die freiwilligen Helfer leisten, meint Manfred Graetz, stellvertretender Landrat von Mittelsachsen. „Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind sie bereit, in die Dienstkleidung zu springen und auszurücken. Dem gebührt Ehre, denn ohne die Kameraden vor Ort läuft nichts.“ Im Gepäck hat er einen Scheck über 300 Euro.

Akkuladegerät statt Rollator

Bernd Starke ist ebenfalls nicht mit leeren Händen gekommen. „Was nimmt man denn einem 75-Jährigen mit, habe ich überlegt.“ Im Publikum ruft jemand: „einen Rollator!“ Starke lacht und fährt fort: „Nein, wir haben Zubehör für euer neues Auto dabei.“ Die Freiwillige Feuerwehr Naundorf soll in diesem Jahr ein „neues gebrauchtes Löschfahrzeug“ bekommen. Laut Plan solle es schon übernächste Woche ankommen, sagt Jochen Schmidt. Das Fahrzeug wird eine größere Batterie haben, als das bisherige. Es war Baujahr 1978, das Juni-Hochwasser hatte ihm den Rest gegeben. „Das Ladegerät zur Batterieerhaltung ist ein wirklich nützliches Geschenk“, sagt Schmidt und klopft Starke dankbar auf die Schulter. „Schließlich ist eine intakte, volle Batterie die Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug stets einsatzbereit ist“, ergänzt er. In den vergangenen 75 Jahren sind die Naundorfer insgesamt zu 90 Einsätzen ausgerückt. „Helfen in der Not, ist unser Gebot“, sagt Jochen Schmidt.