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Ein Leben für die Wissenschaft

Vor 30 Jahren ist Kurt Schwabe gestorben. Bis heute wird in Meinsberg auf den Grundlagen seiner Erkenntnisse geforscht.

Von Jan Iven

Heute würde man Professor Kurt Schwabe wohl als Arbeitstier bezeichnen. Arbeitstage von über zwölf Stunden waren bei ihm keine Seltenheit. „Er hat mit voller Leidenschaft für die Wissenschaft gelebt“, sagt Professor Heiner Kaden, der das Kurt-Schwabe-Institut (KSI) nach dem Tod des Gründers und Namensgebers von 1984 bis 1991 geleitet hatte. Heute Abend wird Kaden bei der Gedenkveranstaltung zum 30. Todestag von Schwabe im Rathaus einen Vortrag über die Geschichte der Forschungseinrichtung halten.

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Geboren wurde Schwabe 1905 in Reichenbach im Voigtland. Bereits in den 1930er Jahre arbeite er in dem Meinsberger Labor der Papierfabrik Kübler und Niethammer. Schwerpunkt war neben der Elektrochemie auch die Faserforschung. „Er entwickelte ein neuartiges Verfahren, mit dem heimische Kiefern für die Papierproduktion genutzt werden konnten“, erzählt Kaden. Das war zuvor nicht möglich gewesen, da das Holz sehr harzhaltig ist. „Für die Papierfabrik war das wichtig, weil sie daraufhin das Holz aus der Region nutzen konnte und es nicht mehr für viel Geld herschaffen musste.“

Kurz nach Kriegsende gründet Schwabe die Meinsberger Einrichtung als Forschungsinstitut für chemische Technologie neu. „Zunächst wurde wenig geforscht. Stattdessen mussten Konsumgüter hergestellt werden“, erzählt Professor Winfried Vonau, stellvertretender Institutsleiter. So wurde etwa Bohnerwachs produziert. Durch geschicktes Wirtschaften konnte Schwabe die weitere Forschung mitfinanzieren und Eigentümer des Institutes werden. Bald war die Meinsberger Sensortechnik zur Bestimmung des Säuregrades von Flüssigkeiten so fortschrittlich, dass sie von Instituten im Westen nachgefragt wurde.

Gleichzeitig legte Schwabe eine steile akademische Karriere hin. Er wurde Direktor des Instituts für Elektrochemie und physikalische Chemie an der Technischen Hochschule in Dresden. Die wurde später zur Technischen Universität umgebaut, der Kurt Schwabe von 1965 bis 1980 als Rektor vorstand. Zudem war er Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaft und Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Elektrochemie.

Heiner Kaden studierte in den 1960er Jahren bei Schwabe und schrieb bei ihm seine Doktorarbeit. „Er war damals schon berühmt. Seine Vorlesungen waren immer voll, weil sie sehr inhaltsreich waren und als gute Vorbereitung für die Prüfungen galten“, sagt Kaden, der 1983 in dem Meinsberger Institut anfing. „Schwabe konnte ein strenger Vorgesetzter sein, wenn es notwendig war. Aber er war auch sehr menschlich und hat sich für die Sorgen seiner Mitarbeiter interessiert.“ So hätte er an Kollegen festgehalten, die in der DDR politisch in Bedrängnis geraten waren. Auch wenn er sich ansonsten anpassen musste, um sein Institut zu betreiben.

Beim KSI wird heute noch in den Bereichen Sensortechnik und Papierherstellung geforscht. So läuft derzeit ein Projekt zur Überwachung der Wasserqualität in Papierfabriken. „Auch wenn wir uns weiterentwickelt haben, so waren die Errungenschaften von Schwabe wegweisend“, sagt Vonau. Schwabe hätte mit seinem unermüdlichen Einsatz den Grundstein für die heutige Forschung gelegt. Seinen Studenten hat der Ehrenbürger Waldheims einmal gesagt: „Während andere Fußball spielten, saß ich über meinen Studien.“ Schwabe verstarb am 4. Dezember 1983 im Alter von 78 Jahren in Meinsberg.

Gedenkveranstaltung zum 30. Todestag von Kurt Schwabe. Vortrag von Heiner Kaden: „Vom Papier zur Glaselektrode - Kurt Schwabe und das Forschungsinstitut Meinsberg“. Heute. Rathaus, Ratssaal. 18.30 Uhr.