SZ +
Merken

Ein Mann mit viel Geduld

Michael Weiß aus Milkel züchtet Kakadus. Oft dauert es, bis sich dabei Erfolg einstellt. Darüber fachsimpelt er am Wochenende in einer Ausstellung in Bautzen.

Teilen
Folgen
© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Handzahm sind sie nicht, die Rosa-Kakadus, die Michael Weiß neben vielen anderen exotischen Vögeln züchtet. Deshalb braucht es Geduld, bis sie sich mit ihrem Züchter fürs Foto zurechtsetzen. Doch die Vogelzucht sei generell eine Geduldsprobe, sagt der 44-Jährige aus Milkel, der mit sieben Jahren seinen ersten gefiederten Freund – einen Kanarienvogel – bekam. Geduld ist gefragt, wenn man einen bestimmten Farbschlag erzielen möchte, aber auch bei der Wahl des richtigen Futters. Man dürfe auch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn die Vögel nur unbefruchtete Eier legen. Umso größer sei dann die Freude, wenn die Brut am Ende doch noch erfolgreich ist. Besonders viel Spaß bereitet es dem Züchter, den Jungvögeln beim Aufwachsen zuzusehen. „Das entschädigt für manche Mühen“, sagt Michael Weiß.

Denn natürlich machen viele Vögel auch viel Arbeit. „Aber wenn man nur die Arbeit sieht, kann man es nicht machen, denn ohne Idealismus geht es nicht“, sagt Michael Weiß. Auf seinem Grundstück in Milkel stehen zahlreiche Volieren, in denen die Exoten getrennt nach ihrer Rasse untergebracht sind. Bei den Rosa-Kakadus sind es beispielsweise zehn Exemplare, die sich die Voliere teilen, und zwar Männchen und Weibchen. „So können die Paare freiwillig zusammenfinden“, sagt der Züchter. Bei den Rosa-Kakadus sei dies möglich, weil sie sehr gesellig sind. Ganz im Gegensatz zu den Salomon-Kakadus, die in der Nachbar-Voliere leben. Da würde es unter den Männchen Rivalen-Kämpfe geben, wenn man sie zusammensperren würde.

Vogel-Börse geplant

Von den Rosa-Kakadus stellt Michael Weiß ein Pärchen bei der großen Vogelschau aus, die Sonnabend und Sonntag in der Turnhalle der Bautzener Daimler-Oberschule gezeigt wird. Bereits am Freitag hatten die rund 30 Mitglieder des Vereins Vogelfreunde Bautzen die Halle eingerichtet und die Käfige aufgestellt. „Bei unserer traditionellen Ausstellung geht es nicht um Preise“, sagt Michael Weiß, der dem Verein seit 1984 angehört und dessen Kassenwart ist. Sondern vielmehr darum, mit den anderen Zuchtfreunden, aber auch mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und somit Neuigkeiten zu erfahren. „Und man sieht, was die anderen so züchten“, sagt Michael Weiß. Besonders freut er sich, dass erstmals eine Tierärztin, nämlich Sybille Schindler aus Panschwitz-Kuckau, vor Ort ist. Sie sei eine ausgewiesene Vogel-Expertin und könne deshalb den Zuchtfreunden sicher viele brennende Fragen beantworten. Auch eine Vogel-Börse wird es geben. Vielleicht nimmt Michael Weiß den einen oder anderen Neuling daraus mit nach Hause. Er fährt aber auch gern mal zu größeren Vogelbörsen, um seine Zucht aufzufrischen. Wie viele Vögel er insgesamt hat, kann er gar nicht genau sagen, denn die Zahl schwankt. Dann und wann verkauft er ja auch mal ein Exemplar. Trotzdem sei die Vogelzucht immer ein Zuschussgeschäft, auch wenn er viele Früchte und Beeren als Vogelfutter selbst im Garten heranzieht.

Obwohl die Vogelzucht das Hobby Nummer eins des Fleischermeisters ist, hat er noch eine Freizeitbeschäftigung, die indirekt auch damit zu tun hat: Er legt gerne Puzzles. Das Lieblingsmotiv dabei sind – exotische Vögel!

Die große Bautzener Vogelschau ist in der Mehrzweckhalle Daimlerstraße 6 ist am Sonnabend von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet