merken

Ein seltsames Distanz-Gebot

Weil er seine Partnerin schlug, durfte er sich der Frau nicht weniger als 100 Meter nähern. Doch der Mann ist ihr Nachbar.

Von Alexander Schneider

Sven S. sammelt Verurteilungen wie andere Menschen Briefmarken. Der 42-Jährige hat schon neun Jahre im Gefängnis gesessen – wegen Diebstahls, Betruges, Erpressung und Verkehrsgeschichten. Im vergangenen Jahr jedoch fiel er der Justiz als Schläger seiner Partnerin negativ auf. Während die Mühlen der Justiz also mahlten, erwirkte die Frau, die von S. mehrfach gewürgt und geschlagen worden war, am Familiengericht ein „Kontakt- und Näherungsverbot“ nach dem Gewaltschutzgesetz: Sven S. durfte seit dem 18. September 2014 die Frau weder aufsuchen noch anrufen, nicht ansprechen und sich ihr auch nicht weniger als 100 Meter nähern.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Doch im Prinzip ist S. ohne eigenes Zutun mit Erlass dieser einstweiligen Anordnung schon straffällig geworden, quasi mit der richterlichen Unterschrift unter dem Dokument: Denn S. lebt in derselben Straße wie seine langjährige Lebensgefährtin und Mutter dreier gemeinsamer Kinder, gerade drei Hauseingänge weiter. Er wohnt bis heute kaum 50 Meter entfernt.

Gestern stand S. wegen dreifacher Körperverletzung gegenüber seiner Frau und seiner Tochter sowie siebenfachen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz vor dem Amtsgericht Dresden. Bis Mitte Oktober habe sich S. der Frau mehrfach genähert, war sogar aufs Vordach geklettert, um in die Wohnung seiner Familie zu gucken, versuchte die Frau anzusprechen.

Im Prozess kam heraus, dass es auch danach Verstöße gab. Zuletzt erst am Sonntagmorgen gegen 3.50 Uhr. Da hatte S. die Wohnungstür der Frau mit einem Schraubendreher beschädigt. Die Polizei musste mit einer Leiter in die Wohnung klettern, um die Tür von innen zu öffnen. S. war betrunken, heißt es im Einsatzbericht der Polizei, aufgebracht und hysterisch.

Vor Gericht gab S. die meisten Vorwürfe zu. Er hoffte auf eine milde Strafe und sicherte zu, eine Therapie zu machen, um sein aufbrausendes Wesen in den Griff zu bekommen. Staatsanwaltschaft als auch Verteidiger Jürgen Saupe beantragten sogar eine Bewährungsstrafe. Doch Richter Markus Maier verurteilte S. zu zwei Haftstrafen von insgesamt 15 Monaten. Es sei einfach zu viel passiert, so der Richter.

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.