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Ein Stück Südamerika in Reinsdorf

Anstatt in die Anden zu fliegen, hat sich Kerstin Kupfer die Anden einfach nach Hause geholt. Sie züchtet Alpakas.

© André Braun

Von Andreas Neubrand

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Waldheim. Bonito wird in diesem Jahr drei und ist so neugierig wie zutraulich. Keine guten Eigenschaften für ein Fluchttier. Doch im Gehege von Familie Kupfer hat das Alpakamännchen zum Glück nichts zu befürchten. Hier steht das Tier entspannt mit seinen Artgenossen auf der Weide. Bei Bonito und seinen acht Freunden handelt es sich um Huacaya, eine der beiden Alpaka-Arten. „Die andere ist Suri. Huacayas zeichnen sich dabei durch eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser ihres Fells aus“, so Kerstin Kupfer.

Mit ihrer kleinen Zucht hat sie sich einen langgehegten Wunsch erfüllt. „Vor Jahren habe ich einen Bericht über den Züchter Hartwig Kraft von Wedel in der Zeitung gelesen“, sagt sie. „Seitdem habe ich von einer Alpaka-Zucht geträumt. Die Tiere haben mich nicht mehr losgelassen.“ Doch erst als sie in ein Haus in Reinsdorf zog, konnte sie sich diesen Wunsch erfüllen. „Wir haben mit zwei Weibchen angefangen und dann später einen Hengst dazu gekauft“, so Kerstin Kupfer.

Drei separate Gehege brauchen die Tiere. Eins für die Stuten, eins für die Hengste und eins für den Neuzugang Sandro. Kerstin Kupfer erklärt warum: „Theoretisch können die Stuten das ganze Jahr über gedeckt werden. Deswegen lassen wir Männchen und Weibchen nur im Sommer zusammen in ein Gehege. Wir wollen nicht, dass die Jungen im Winter zur Welt kommen. Im Sommer ist es wärmer und das Angebot an Gras ist üppiger.“ Auch die Trennung von dem Neuling und den anderen ist schnell erklärt. „Sandro hat noch seine Kampfzähne“, so Kupfer. „Wenn wir ihn jetzt zu den anderen lassen, dann könnte es sein, dass er sie verletzt .“

1 000 Quadratmeter Platz braucht das erste Tier. Jedes weitere dann zusätzlich 100 Quadratmeter, sagt sie. „Und da es sich um exotische Tiere handelt, wird das vom Veterinäramt regelmäßig kontrolliert.“

Dabei werden die Tiere immer beliebter. „Ich finde sie besser als Schafe“, sagt René Kupfer, der Sohn der Züchterin. „Ihre Wolle ist schöner und sanfter. Sie sind niedlicher und vor allem ruhiger. Sie machen nicht so viel Lärm wie Schafe. Und sie sind optimale Rasenmäher.“ Doch vom Gras allein sollte sich ein Alpaka in Europa nicht ernähren. „In den Anden ist das Angebot an Gras nicht so hoch wie hier bei uns“, erklärt Kerstin Kupfer. „Nur Gras wäre zu nährstoffreich. Deswegen geben wir den Tieren noch Heu dazu. Das muss ich aber kaufen, da sich selber produzieren für mich nicht lohnt.“

Einmal im Jahr kommt der Scherer zu ihr und rasiert die Tiere. „Meistens im Mai damit es den Tieren nicht zu heiß wird“, sagt sie. „Drei bis vier Kilogramm Wolle liefert ein Alpaka im Jahr.“ Die Wolle schickt sie dann in eine Wollspinnerei. „Später stricke ich damit oder lasse Bettdecken nähen. Damit beschenke ich dann meine ganze Familie.“ Das Gute an der Wolle sei, dass sie auch für Allergiker geeignet ist. „Dies liegt daran, dass die Tiere ursprünglich aus Peru stammen und wir hier in Europa keine Allergien gegenüber deren Wolle entwickeln konnten“, klärt René Kupfer auf.

Bis zu 10 000 Euro kann ein Alpaka kosten, abhängig von Größe, Statur und der Qualität der Wolle. „Aber das sind dann Tiere, die auf Alpaka-Schauen Preise gewinnen. Da können wir mit unseren nicht mithalten. Obwohl ich gerne einen Pokal hätte“, sagt Kerstin Kupfer.