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Ein totes Känguru am Straßenrand?

Ein Kadaver lässt an einen australischen Standard-Unfall in der Lausitz denken. Doch es ist ein Irrtum.

Der Schwanz, die Haltung der Hinterläufe und Fellfarbe – ein totes Känguru am Straßenrand bei Brischko? Doch die Wahrheit ist viel profaner.
Der Schwanz, die Haltung der Hinterläufe und Fellfarbe – ein totes Känguru am Straßenrand bei Brischko? Doch die Wahrheit ist viel profaner. © Foto: Christian Seidel

Wittichenau. Wenn Sie das Bild rechts sehen. Was würden Sie sagen, um welches Tier es sich dabei handelt, das hier unglücklicherweise Opfer eines Zusammenstoßes mit einem Fahrzeug geworden ist? Wenn Sie Känguru sagen, geht es Ihnen wie TAGEBLATT-Mitarbeiter Christian Seidel und ehrlich gesagt auch den meisten in der TAGEBLATT-Redaktion, die das Bild sahen.

Die Hinterläufe, der Schwanz – das muss ein Känguru sein. Also ein kleines Felsen- oder Bennettkänguru wie sie an Australiens Straße alle paar Kilometer am Straßenrand liegen. Dort ist das nichts Besonderes. In der Lausitz aber schon. Aufgenommen wurde das Bild am Montag an der Straße zwischen Wittichenau und Maukendorf unweit des Maja-Möbelwerkes. Doch mit Tieren ist das nunmal so eine Sache, die werden gern mal mit anderen verwechselt. Da muss man nicht erst das Thema „Yeti“ bemühen.

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Doch wir hatten nur das Bild, der Kadaver ist am Dienstagmorgen schon nicht mehr vor Ort. Also Nachfrage beim Zoo Hoyerswerda, ob es sich um ein Känguru handelt und vielleicht sogar ein Tier im eigenen Bestand fehlt. „Das ist doch ein Fuchs“, antwortet Zoodirektor Eugene Bruins. Unabhängig davon fehlte dem Zoo auch kein Känguru. Alle sind da. Klarheit brachte ein Telefonat mit dem Ordnungsamt der Stadt Wittichenau, das sich am Montag um die Beseitigung des Kadavers gekümmert hat. Jawohl, hieß es von dort, Zoodirektor Bruins habe Recht. Es habe sich um einen Fuchs gehandelt. Wie in solchen Fällen üblich, sei er letztlich vom zuständigen Jagdpächter mitgenommen worden.

Es kommt immer mal wieder vor, dass Tierarten verwechselt werden – tot oder lebendig. In unserer Region passiert das bei Wolf und Hund regelmäßig. Legendär ist schon fast der „Wolf von Hoske“ im Jahr 2008, der in Wirklichkeit ein Schäferhundmischling namens Jonny war. Zwei Jahre zuvor war auf einer Kreuzung in Hoyerswerda eine tote exotische Schlange gefunden worden. Die Polizei vermutete eine hochgiftige Korallennatter. Der damalige Zoochef Werner Jorga identifizierte sie aber als ungiftige Kornnatter. (mit MK)

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