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Der Chef als Patient

Klinikleiter Dirk Köcher musste sich einer Notfall-OP unterziehen. Große Zweifel, ins eigene Haus zu gehen, hatte er nicht.

Von Matthias Weigel

Das Freitaler Krankenhaus musste sich in dieser Woche einem unfreiwilligen Qualitätstest unterziehen lassen. Geschäftsführer Dirk Köcher tauchte – ebenfalls nicht ganz freiwillig – am Pfingstmontag in der Notaufnahme der Klinik auf. Drei Stunden später lag er beim Chefarzt auf dem OP-Tisch. Bis Donnerstag verbrachte der Klinikchef dann im Krankenbett auf Station.

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Zu Pfingsten hatten Köcher Übelkeit und starke Schmerzen in der Bauchgegend geplagt. Zuerst war er von einem Magen-Darm-Infekt oder einer Magenverstimmung ausgegangen. Doch die Schmerzen wurden stärker. Pfingsten war gelaufen. Am Montag schließlich die Entscheidung: Ab ins Krankenhaus. Als Dresdner wäre dabei das Neustädter Krankenhaus eigentlich das naheliegendste für ihn gewesen. „Ich habe schon kurz überlegt, ob man ins eigene Krankenhaus gehen sollte“, gesteht Köcher. Doch warum sollte er am eigenen Haus, der eigenen Arbeit und den Kollegen zweifeln?

Bereut hat Köcher nach eigener Aussage die Entscheidung in keinem Moment. Sein Vertrauen sei nicht enttäuscht worden. Das lag aber nicht nur daran, dass er sich auf das Team verlassen konnte und die Leute vor Ort kennt. „Die waren ja nicht vorbereitet auf mein plötzliches Auftauchen, sodass es schon unter realistischen Bedingungen zuging. Aber alles ist wirklich professionell abgelaufen“, bestätigt Köcher. Ursache der Schmerzen war ein entzündeter Blinddarm. Dabei kam Köcher gerade noch rechtzeitig, bevor die Bauchhöhle in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Sache gefährlich geworden wäre. Die Notfall-OP, ein minimalinvasiver Eingriff mit lediglich drei kleinen Schnitten, ist gut verlaufen. Die Schmerzen sind sehr gering. 14 Tage muss sich der Klinikchef nun noch zu Hause auskurieren. „Ich denke, es ist ein wichtiges Zeichen für Mitarbeiter wie Patienten, dass man im Freitaler Krankenhaus gut aufgehoben ist“, begründet Köcher, dass er seinen ungeplanten Test des eigenen Hauses öffentlich gemacht hat. Zwar plant er nicht, so schnell wieder als Patient im eigenen Haus zu liegen. Wie das Beispiel zeigt, geht es aber oft schneller als gedacht – und dann würde Köcher auch keine Sekunde zögern und nach Freital kommen. Die SZ wünscht aber erst einmal gute Genesung.