merken
PLUS

Eine Dresdner Lehrerin kämpft gegen Gewalt unter Jugendlichen

Weil sie Schüler ihre Konflikte selbst lösen lässt, ist Andrea Lehmann nun mit einem Preis ausgezeichnet worden.

Von Dominique Bielmeier

Dass ausgerechnet sie heute den kleinen Emil mit nach Hause nehmen darf, darüber freut sich Andrea Lehmann sehr. Denn die Trophäe stellt nicht nur den Helden aus Erich Kästners Kinderbuch dar. Sie ist auch eine besondere Ehrung für die langjährige Arbeit der 48-Jährigen.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Bereits zum neunten Mal wurde der mit 3.000 Euro dotierte Kriminalpräventive Jugendhilfepreis gestern von der Stadt, dem Jugendamt und der Stiftung der Ostsächsischen Sparkasse vergeben. Er ehrt herausragendes bürgerschaftliches Engagement bei der Verhütung von Jugendkriminalität. „Wir wollen genau diesen oft vernachlässigten Teil der Jugendhilfe mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken“, erklärt Claus Lippmann. Er ist Leiter des Jugendamts in Dresden und Vorsitzender der Jury, die den Preis vergibt. Insgesamt hatten sich neun Projekte beworben. Ausgezeichnet wurde schließlich Andrea Lehmann.

Die Lehrerin unterrichtet an der 36. Oberschule in Löbtau-Nord Sport und Ethik. Ihr Arbeitsort galt noch vor zehn Jahren als Problemschule, an der oft randaliert wurde. Nach der Zusammenlegung zweier Schulen im Jahr 2004 bemerkte Lehmann die Konflikte gerade im Sportunterricht und entschied, etwas dagegen zu tun. So entstand das Projekt „Schule ist – was wir daraus machen“, das jetzt ausgezeichnet wurde. „Meine Motivation war die Frage, wie man mit Konflikten besser umgehen kann, ohne dies mit Druck und Gewalt zu tun, wie so oft in der Schule üblich“, sagt Lehmann.

Statt Strafen zu verhängen, setzt sich die Lehrerin dafür ein, dass Schüler als Streitschlichter oder als Pausenaufsicht arbeiten. Die jungen Leute werden gezielt darin geschult, ihre Konflikte selbst zu lösen. Ab Klassenstufe fünf erhalten die Schüler außerdem ein Sozialkompetenztraining.

Das Preisgeld will Lehmann wieder in das Projekt einfließen lassen, zum Beispiel Schulungen davon bezahlen. „Denn das ist eine Aufgabe, die wahrscheinlich noch Jahrzehnte dauern wird und an der man immer arbeiten muss“, erklärt die engagierte Lehrerin.