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Eine Frau stellt die Weichen bei den Schwarzbachbahnern

Michael Kirchner hat sich den Ruhestand verabschiedet. Vor Doreen Klotzsche stehen große Aufgaben. Ziel bleibt der Ausbau der Strecke durch das Schwarzbachtal.

Von Anja Weber

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Der Abschied aus dem Vorstand des Schwarzbachbahnvereins ist Michael Kirchner sicher nicht leicht gefallen. Doch seine Entscheidung steht: Er zieht sich als erster Vorsitzender zurück. Das hatte bereits zu Beginn der Jahreshauptversammlung des Vereins vor wenigen Tagen verkündet. Grund genug für die Mitglieder, sich von ihm als Chef zu verabschieden. „Der Verein bedankt sich ganz herzlich bei Michael Kirchner, unter anderem mit der einstimmigen Wahl zum Ehrenvorstand“, sagt Marko Thoms vom Verein. Und wie das so ist, wird sich Michael Kirchner natürlich nicht ganz zurückziehen, sondern auch noch beratend mitwirken.

Der heute 68-Jährige kennt den Verein und dessen Arbeit von der Pike auf. Die Schwarzbachbahner gab es gerade mal seit vier Jahren, da wurde Kirchner 1999 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Damals zählte der Verein 25 Mitglieder. Und das Vereinsheim war eine alte Baracke gegenüber dem Bahnhof Kohlmühle. An den Ausbau des Bahnhofes in Lohsdorf war da noch gar nicht zu denken. Das Gelände war von Gestrüpp und Unkraut praktisch zugewuchert. Eine ehemalige LPG-Halle dümpelte dort vor sich hin.

Während Kirchners Amtszeit wurde praktisch der Grundstein für die künftige Arbeit der Schwarzbachbahner gelegt. Denn sie verfolgen seit mittlerweile 20 Jahren das große Ziel, die ehemalige Bahnstrecke durch das Schwarzbachtal in Richtung Kohlmühle wieder aufzubauen. In manchmal kleinen, aber auch durchaus mal großen Schritten geht das voran. Es wurden Bahngrundstücke im Schwarzbachtal und der Bahnhof Kohlmühle gekauft. Im Bahnhof fanden seither schon einige Veranstaltungen statt, wie die Bahnhofsfeste. Die wurden gemeinsam mit den Frauen der Interessengemeinschaft Kohlmühle organisiert. Und auch, als es um den Erhalt der Nationalparkbahn und um den grenzüberschreitenden Bahnbetrieb ging, brachte sich der Verein um Michael Kirchner ein.

Auch auf dem Bahnhof in Lohsdorf hat sich seitdem so einiges verändert. In Lohsdorf wurden alte Bauten abgerissen, um den Bahnhof nach historischem Vorbild wieder aufzubauen. Fahrzeuge wie die alte Diesellok und ganz aktuell ein neuer Wagen wurden aufgebaut. Etwa eine Million Euro, davon etwa 200 000 Euro an Fördermitteln, konnten seither in die Vereinsanlagen investiert werden, sagt Marko Thoms. Ganz abgesehen von unzähligen Arbeitsstunden, die die Mitglieder in ihrer Freizeit auf dem Vereinsgelände leisten.

Als einen absoluten Höhepunkt seiner Amtszeit bezeichnet Michael Kirchner das Verlegen des ersten Gleises in Lohsdorf und die erste fahrende Dampflok seit 55 Jahren auf einem Streckenabschnitt im Ort. Das war im Jahr 2006. Und ganz aktuell auch die Genehmigung des Wirtschaftsministeriums zum Bau und Betrieb der Strecke.

Damit sind auch die Aufgaben der neuen Frau an der Spitze des Vereins klar. Doreen Klotzsche aus Heidenau wird den Ausbau der Strecke vorantreiben müssen. Die 30-jährige Bauingenieurin ist bereits seit vier Jahren im Vereinsvorstand. Im 20. Jahr des Bestehens des Vereins übernimmt sie den mit mittlerweile 90 Mitgliedern.

Und sie wird auch die Traditionen beibehalten. Denn die Türen des Vereins stehen auch weiterhin allen Interessierten offen. „Gern bieten wir eine kostenlose Schnupper-Mitgliedschaft für Leute, die aktiv mithelfen wollen“, sagt Marko Thoms.

www.schwarzbachbahn.de

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