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Eine Liebeserklärung an die Liebe

Einen Einblick in das Musical „Ein musikalisches Himmelbett“ gab es gestern bei der Matinee im Döbelner Theater.

Von Helene Krause

Klaviermusik klingt durch den Wandelgang des Döbelner Theaters. In die Musik fallen die Stimmen von Susanne Engelhardt und Alexander Kerbst ein: „Ja, ja, ja ... Für immer zusammen.“ Beide Schauspieler sind die Hauptdarsteller Agnes und Michael in dem Zwei-Personen-Stück „Das musikalische Himmelbett“. Agnes und Michael bereiten sich auf ihre bevorstehende Hochzeit vor. Sie freuen sich darauf. Doch wie meist in jeder Ehe, tauchen bald nach der Hochzeit die ersten Probleme auf. Das Glück der Hochzeit und der Geburt des ersten Kindes, berufliche Probleme und Misserfolge, der Bruch ihrer Beziehung und das Glück des Wiederfindens: Das Musical beleuchtet den gesamten Lebensweg von Agnes und Michael in allen Höhen und Tiefen.

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Der 1914 im niederländischen Haarlem geborene Jan de Hartog schrieb das Stück in den 30er Jahren als Theaterstück mit dem Titel „Das Himmelbett“. 1951 wurde es auf Englisch publiziert. Noch im gleichen Jahr inszenierte man es am Broadway. Dort wurde es mit wechselnder Besetzung 623-mal aufgeführt. „Das Himmelbett“ wurde so schnell populär, dass es bereits 1952 verfilmt wurde. Darsteller waren Lilli Palmer und Rex Harrison. Der Film gewann Preise und Nominierungen und wurde auch in Deutschland erfolgreich.

Komponist Harvey Schmidt und Texter Tom Jones machten aus dem Theaterstück 1960 ein Musical. Titel war: „I Do! I Do!!“, was auf Deutsch so viel wie “Ja, ich will!“ heißt. Als das Stück zwei Jahre später ins Deutsche übersetzt wurde, änderte man den Titel in „Das musikalische Himmelbett“.

Das Musical beginnt mit der bevorstehenden Hochzeit der Hauptdarsteller. Es endet damit, dass als die Kinder aus dem Haus gegangen sind, dieses zu groß für die beiden Eheleute wird. Ein neues Pärchen zieht ein. Der Kreislauf des Ehelebens beginnt neu. Obwohl das Musical als Zwei-Personen-Stück angelegt ist, spielen sechs Personen eine Rolle. Vier davon kommen nur in den Reden und Erinnerungen der Hauptdarsteller vor. Das Bühnenbild zeigt ein Himmelbett. Auf einer Seite des Bettes steht Adam als Schatten und auf der anderen Eva. Hinter dem Bett erhebt sich ein gewaltiger Baum, der sich, je nach Stimmungslage, ins Helle oder Dunkle wandelt. Die Schlange ist unter dem Betthimmel versteckt und wirft, ebenfalls nach dem jeweiligen Geschehen, einen großen oder kleinen Schatten auf das Bett.

Inszeniert wurde das Stück von Judica Semler. Dramaturg ist Frank Meier. Die musikalische Leitung übernahm Tobias Horschke. Anders als in Freiberg wurde das Musical in Döbeln für die große Bühne inszeniert. Das bedeutet, dass statt eines Klaviers zwei eingesetzt werden. Dazu kommen ein Kontrabass und ein Schlagzeug. Premiere ist am Sonnabend um 19 Uhr.

Ingrid Siebeneicher ist zur Matinee gekommen, weil sie sich mit ihrer behinderten Tochter das Stück ansehen will. Die Karten hat sie schon gekauft. Margarethe Schulz aus Döbeln, die das Stück schon in Dresden gesehen hat, ist neugierig auf die Döbelner Inszenierung. „Das Stück interessiert mich“, sagt sie. Marlen Guyas und Rainer Tzschoppe kommen aus Naundorf bei Leisnig. Um sich über ein Stück zu informieren, gehen sie öfter auf Matineen.