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"Elster" überträgt die Daten ins Rechenzentrum

Das Projekt heißt "Elster" für "elektronische Steuererklärung". Es ermöglicht jedem Steuerpflichtigen, seine Erklärung in ein Modul eines Steuersoftware-Anbieters einzugeben und per Modem oder ISDN ans Finanzamt zu verschicken.

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Das Projekt heißt "Elster" für "elektronische Steuererklärung". Es ermöglicht jedem Steuerpflichtigen, seine Erklärung in ein Modul eines Steuersoftware-Anbieters einzugeben und per Modem oder ISDN ans Finanzamt zu verschicken. SZ sprach mit dem Leiter des Bischofswerdaer Finanzamtes, Reinhard Reiche, über die Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technik.
Wie funktioniert die "elektronische Steuererklärung" eigentlich? Das so genannte Projekt "Elster" besteht seit Anfang 1999. Voraussetzung ist, dass der Bürger einen Internet-Anschluss hat und ein Steuer-Softwarepaket sein Eigen nennt. Man gibt seine Daten innerhalb des Elster-Moduls dieses Programms in ein Formular ein. Die Daten werden komprimiert und an ein zentrales Rechenzentrum in Dresden geschickt.
Zu Hause wird eine ebenfalls komprimierte Erklärung ausgedruckt, die unterschrieben an uns zu schicken ist. Ganz ohne Papier geht es also nicht. Die Lohnsteuerkarte und Belege für Werbungskosten müssen schließlich auch noch per Post geschickt werden.Welche Steuersoftware ist geeignet? Es gibt verschiedene Anbieter. Der Bürger kann sich im Fachhandel beraten lassen. Wir müssen uns Zurückhaltung auferlegen, um nicht für den einen oder anderen Anbieter Reklame zu machen.
Ist die Sicherheit der übermittelten Daten gewährleistet? Ja. Die Daten werden verschlüsselt gesendet, landen verschlüsselt im Zentralrechner in Dresden. Wenn bei uns die komprimierte Erklärung vorliegt, dann muss der Bearbeiter erst eine individuelle Tele-Nummer eingeben, erst dann kann er sich die Daten auf seinen Bildschirm holen.
Und der weitere Bearbeitungsweg? Dann wird die Erklärung bearbeitet und auf Schlüssigkeit geprüft; wenn der zuständige Sachbearbeiter die Daten freigibt und nach Dresden schickt, wird ein maschineller Bescheid ausgedruckt und versandt. Zusätzlich erhält der Steuerpflichtige eine elektronische Rückmeldung. Wichtig zu sagen wäre noch, dass nur mit dem Software-Modul eine Übermittlung der Daten möglich ist, nicht per eMail oder Diskette.
Wieviele Bürger haben von diesem Angebot bisher Gebrauch gemacht? Etwa 200.
Entsteht dadurch eine Zeit- und Arbeitsersparnis für das Finanzamt? Bei diesem Service-Angebot ist der Rationalisierungs- und Ersparnis-Effekt noch nicht messbar. Das liegt einfach an der geringen Zahl der Nutzer. Woran liegt es, dass das Angebot der elektronischen Steuererklärung nicht stärker genutzt wird? Ist es noch zu unbekannt? Dazu gab es noch keine gezielte Befragung. Ich kann nur meine persönliche Meinung sagen: Viele Bürger haben noch keinen eigenen PC und kein Internet. Eine Prognose, wie sich das weiter entwickelt, wage ich noch nicht.
Gespräch: Andreas Rentsch

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