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Die Erklärung des Ex-CDU-Vorsitzenden

Anonym landet bei der SZ ein Schreiben von Peter Pfitzenreiter an Ex-Parteifreunde. Darin wird vor allem sein besonderes Verhältnis zu Uwe Rumberg deutlich.

Peter Pfitzenreiter ist gemeinsam mit Oberbürgermeister Uwe Rumberg aus der CDU ausgetreten. „Aus Solidarität mit Uwe“, wie er in einem Brief an die ehemaligen Parteifreunde schreibt.
Peter Pfitzenreiter ist gemeinsam mit Oberbürgermeister Uwe Rumberg aus der CDU ausgetreten. „Aus Solidarität mit Uwe“, wie er in einem Brief an die ehemaligen Parteifreunde schreibt. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Konflikt schwelt weiter. Die Austritte von Oberbürgermeister Uwe Rumberg und acht weiteren Mitgliedern aus der CDU sind immer noch Thema in Freital. Jetzt landete ein Schreiben im Briefkasten der Sächsischen Zeitung, das die persönliche Erklärung von Peter Pfitzenreiter enthält, wie sie der nun Ex-Vorsitzende der Freitaler CDU an seine ehemaligen Vorstandskollegen verschickt hatte. Ein Absender steht nicht auf dem Umschlag. Pfitzenreiter selber bestätigt aber die Echtheit des Schreibens.

Die Erklärung des 33-Jährigen beginnt mit den Worten: „Sehr oft habe ich unsere CDU-Mitglieder vom Austritt abgehalten, vom Dabeibleiben und kontrovers Mitdiskutieren überzeugt.“ Es sei ihm immer wichtig gewesen, dass es unterschiedliche Perspektiven, Querdenker und Kritiker in einer Partei gebe. „Einheitsbrei ist einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft gefährlich“, schreibt Pfitzenreiter weiter. 

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Auch den Oberbürgermeister persönlich habe er in der Vergangenheit „nicht nur einmal“ vom Weitermachen in der Partei überzeugt. Dieses Mal wollte er das selber nicht mehr.„Mit Uwes Austritt verlässt nun der führende Kopf Freitals, der bürgernah Anliegen aufnimmt, weitergibt und die Politik im Bund und Land kritisch hinterfragt, die CDU“, schreibt Pfitzenreiter. Was fast nach einer Wahlkampfrede klingt, leitet die eigentliche Begründung ein. Denn: „Es gibt wahre Freundschaften. Eine davon darf ich mit Uwe pflegen, den ich als Mensch, als Kollege und Chef sehr schätze.“ 

Drohungen gegen Uwe Rumberg

Umso mehr habe es Pfitzenreiter getroffen, dass Rumberg nach der Ankündigung, aus der CDU auszutreten, gedroht worden sei, dass der Schritt Konsequenzen sowohl für Rumberg als auch für die Stadt Freital haben werde. Wer hat diese Drohung ausgesprochen? Im Brief finden sich nur Andeutungen. „Es sind die gleichen Leute, die zuletzt für Wahlkämpfe viel mit Uwe in der Stadt unterwegs waren aber nun nicht einmal versuchen, ihn vom Austritt abzuhalten und ihn noch in die rechte Ecke stellen.“ 

Deutlicher geht es kaum. Gemeint sein kann damit nur Roland Wöller, der als Freitaler dem Stadtverband und auch dem Vorstand der CDU Freital angehört.

Das bewegte Peter Pfitzenreiter offenbar zu seinem Schritt. „Aus Solidarität mit Uwe“ trete er nun aus der CDU aus. Zudem seien mit der wahrgenommenen mangelhaften Diskussionskultur und der gefühlten Ignoranz durch CDU-Obere weitere Gründe hinzugekommen.

Das Schreiben von Peter Pfitzenreiter an seine ehemaligen Vorstandskollegen landete anonym im Briefkasten der Sächsischen Zeitung.
Das Schreiben von Peter Pfitzenreiter an seine ehemaligen Vorstandskollegen landete anonym im Briefkasten der Sächsischen Zeitung. © SZ/Tilman Günther

Die Erklärung des Peter Pfitzenreiter zeigt, dass er sich letztlich doch relativ spontan entschlossen hat, die CDU zu verlassen. Das wiederum gibt Antworten auf Fragen, die sich aus der Partei-Vita Pfitzenreiters mit Blick auf seinen Austritt ergeben hatten. 

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