merken
PLUS Zittau

"Das ist mein Traumjob"

Viel mehr Männer sollten Erzieher werden, findet Franz Maßlich, der den Beruf in Zittau lernt. Hier sagt er, warum.

Franz Maßlich ist Azubi in der Zittauer Kita Querxenhäusl. Das Spielen mit den Kindern ist für ihn am schönsten, aber bei weitem nicht das einzige Thema in der Ausbildung.
Franz Maßlich ist Azubi in der Zittauer Kita Querxenhäusl. Das Spielen mit den Kindern ist für ihn am schönsten, aber bei weitem nicht das einzige Thema in der Ausbildung. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Franz Maßlich hat seinen Traumjob gefunden. Dabei ist er noch mitten in seiner Ausbildung und beginnt demnächst erst sein zweites von insgesamt vier Schuljahren. Doch schon jetzt weiß er, dass es für ihn sehr wahrscheinlich keinen besseren Beruf geben wird.

Der 21-Jährige will Erzieher werden und ist deshalb derzeit als Azubi in der Zittauer Kita "Querxenhäus'l" beschäftigt. "Die Arbeit mit den Kindern ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe", sagt er. Dass er dort bis auf den Hausmeister ausschließlich Kolleginnen hat, ist für ihn nebensächlich. Er habe nicht das Gefühl, als Mann irgendwie anders behandelt zu werden, sagt er. Im Gegenteil, er sei sehr gut aufgenommen worden und komme mit allen zurecht.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Er findet, dass sich Männer sehr gut für diesen Beruf eignen. Kinder bräuchten auch eine männliche Bezugsperson. Mit ihm würden sie über ganz andere Dinge sprechen und auch der Umgang sei teilweise ein anderer. Er als Mann habe in vielem eine andere Perspektive und unterschiedliche Herangehensweise als seine Kolleginnen. Beides würde sich ergänzen und so letztlich den Kindern zugutekommen. Deshalb sollten viel mehr Männer diesen Beruf ergreifen, sagt er. Die Leiterin des Querxenhäus'l, Gisela Brendler, sieht das ähnlich und würde sich über weitere Kollegen im Team freuen.

Von wegen nur spielen

Franz Maßlich bringe gute Voraussetzungen für den Beruf mit. Er könne gut zuhören, sich in die Ansichten der Kinder hineinversetzen. Die wiederum mögen seine ruhige Art. Er zeige sehr viel Interesse, bringe sich ein und hilft, wo er kann.

Das ist für den jungen Mann selbstverständlich. Jede Aufgabe ist für ihn eine Gelegenheit, das in der Berufsschule erworbene Wissen anzuwenden. Für manche sehe es aus, als ob Erzieherinnen den ganzen Tag nur spielen, sagt er. Doch das sei ganz und gar nicht so. Die Ausbildung sei sehr anspruchsvoll. Zunächst müsse man den Beruf des Staatlich geprüften Sozialassistenten erlernen. Erst dann darf man in Sachsen zum Staatlich anerkannten Erzieher ausgebildet werden. Dabei erwirbt man dann Kenntnisse und Fertigkeiten in insgesamt zwölf Lernfeldern. Das geht los mit dem Basiswissen wie Babys wickeln, Streit schlichten, Gitarre spielen oder den Entwicklungsstand der Kinder einschätzen zu können. In seinem Beruf wird Franz Maßlich Kinder und Jugendliche zwischen null und 27 Jahren betreuen. Diese haben in den verschiedenen Altersstufen viele unterschiedliche Bedürfnisse. Dadurch sei die Ausbildung sehr abwechslungsreich und das sei auch ein Grund dafür, warum sie so lange dauert, sagt er.

Fünf Lernfelder hat er inzwischen abgeschlossen. Da geht es zum Beispiel um das Anregen und Unterstützen von kindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen oder das Weiterentwickeln der kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten und Kreativität. Aber auch wie man Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung besonderer Lebenssituation unterstützt, lernt der angehende Erzieher. Das sind beispielsweise das Abholen oder Bringen durch die Eltern, aber auch das Schlichten von Streitigkeiten bis hin zur Trauerbewältigung. In anderen Lernfeldern geht es um Musik, Religion oder auch Politik und Recht und nicht zuletzt auch darum, wie das alles für sich und andere dokumentiert wird.

Immer die Entwicklung im Hinterkopf

Das alles ist wichtig, doch die schönste Seite an seinem Beruf ist für Franz Maßlich das Spielen mit den Kindern. Eins der Lieblingsspiele - auch für die Mädchen - sei derzeit Fußball. Natürlich mache das einen Riesenspaß und die Kinder freuen sich, dass jemand mit ihnen kickt. Doch selbst beim Spielen hat ein Erzieher immer die Entwicklung der Kinder im Hinterkopf. "Das Schöne am Beruf ist, zu sehen, dass man Kindern so viel beibringen kann", sagt er. Die sogenannten Bildungsgelegenheiten sind im Kindergarten immer eine spielerische Angelegenheit. Das Schulen von Wahrnehmung und Motorik zum Beispiel hört sich als Theorie ziemlich trocken an. Bei ihm ist das derzeit eine aus einem Schuhkarton selbst gebaute Fühlbox. Da dürfen die Kinder hineingreifen und raten, was sie mit ihren Händen fühlen. Damit das nicht so schnell langweilig wird, regt er sie an, auch selbst Dinge von zu Hause mitzubringen und in die Box zu tun. So lernen sie, sich selbst etwas auszudenken und nebenbei auch noch, wie leicht es sein kann, andere zu überraschen und ihnen so eine Freude zu machen.

Diese Freude und die Neugier der Kinder sind für Franz Maßlich ein wesentlicher Grund, seine anspruchsvolle Ausbildung zu bestehen und Erzieher zu werden. Am liebsten würde er dann in Zittau bleiben und in einer Krippe arbeiten.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau