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Exklusive Lofts

An der Alten Ziegelei haben die Sicherungsarbeiten begonnen. Bald sollen im Industriedenkmal moderne Wohnungen entstehen.

Architektin Stephanie M. Vogel im Inneren der Alten Ziegelei. Für die Projektentwicklungsgesellschaft Ginkgo betreut sie den Umbau des Gebäudes.
Architektin Stephanie M. Vogel im Inneren der Alten Ziegelei. Für die Projektentwicklungsgesellschaft Ginkgo betreut sie den Umbau des Gebäudes. © Claudia Hübschmann

Meißen. Seit einem Vierteljahrhundert liegt die Alte Ziegelei an der Nossener Straße im Dornröschenschlaf. 1993 wurde die Produktion von Baumaterialien und Mauerziegeln eingestellt. Danach verfiel das Gebäude immer mehr. Während im Umfeld eine Kita und Eigenheime entstanden, tat sich auf dem 6 000 Quadratmeter großen Areal lange nichts. Diese Zeiten scheinen jetzt vorbei zu sein. 

Wie die Sächsische Zeitung exklusiv von der Ginkgo Projektentwicklung GmbH aus Dresden erfuhr, sollen die Bauarbeiten bald starten. „Wir befinden uns momentan in der Abstimmung mit dem Denkmal-, dem Stadtplanungsamt sowie der Bauaufsicht. Idealerweise wollen wir noch dieses Jahr mit dem Umbau der historischen Gebäude und dem Bau von neuen Häusern beginnen“, sagt Architektin Stephanie M. Vogel, die sich für Ginkgo um das Projekt kümmert.

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Unabhängig davon, wann es losgeht, steht eines aber schon fest: Der Hoffmannsche Ringofen mit seinem 24 Meter hohen Schornstein, das Maschinenhaus und Teile einer Trockenkammer sollen erhalten bleiben, um die früheren Produktionsabläufe nachvollziehbar zu machen. 

Im Wasserturm soll zudem ein kleines Museum Platz finden. Bevor es jedoch so weit ist, sind Teilabbrüche und Sicherungsarbeiten notwendig. „Wir haben kurz vor Weihnachten mit den Arbeiten begonnen. Mit dem Ringofen möchten wir Ende Februar fertig sein“, sagt Vogel.

Neben den Dingen, die erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden, ist vor allem interessant, was neu entsteht. Ein Hingucker wird insbesondere das alte Maschinenhaus sein. In dem Denkmal will Ginkgo vier Lofts errichten, die jeweils 100 bis 140 Quadratmeter groß sind. Dabei soll auch der Wasserturm mit einbezogen werden.

Auf dem Grundstück rund um die alten Gebäude plant die Projektentwicklungsfirma zwei Doppelhäuser mit zwei jeweils bis zu 130 Quadratmeter großen Wohnungen sowie nebenan ein Triohaus mit drei Einheiten à 80 Quadratmeter. In Stein gemeißelt ist die Aufteilung des Hauses aber noch nicht. 

Der altehrwürdige Ringofen wird erhalten und soll für Besucher zugänglich sein.  Foto: Claudia Hübschmann
Der altehrwürdige Ringofen wird erhalten und soll für Besucher zugänglich sein. Foto: Claudia Hübschmann
Das Obergeschoss über dem Ringofen, wo die Einwurflöcher für die Kohle waren.  Foto: Claus-Dirk Langer
Das Obergeschoss über dem Ringofen, wo die Einwurflöcher für die Kohle waren. Foto: Claus-Dirk Langer
Auf der Visualisierung ist gut zu erkennen, wie die Anlage am Ende aussehen soll.  Foto: Ginkgo Projektentwicklung GmbH
Auf der Visualisierung ist gut zu erkennen, wie die Anlage am Ende aussehen soll. Foto: Ginkgo Projektentwicklung GmbH

„Auf Wunsch können die Käufer auch zwei Einheiten erwerben und diese samt den 160 Quadratmeter großen Grundstücken miteinander verbinden“, erklärt Vogel. Die Häuser werden in Massivbauweise als sogenanntes Niedrigstenergiehaus errichtet.

Bei der Anordnung der Neubauten sowie bei dem Material, welches dafür verwendet wird, legt der Bauträger großen Wert darauf, dass es mit dem benachbarten Industriedenkmal harmoniert. Abgerundet wird das Ensemble von einem Naturteich in der Mitte der Gemeinschaftsanlage.

Dass das neue Wohngebiet am Ende wie ein kleines Dorf anmutet, ist kein Zufall. „Wir können das zwar nicht erzwingen, aber wir möchten das Areal gern beleben und die frühere Quartierstruktur nachbilden.“ Dazu gehöre auch, dass man sich gegenüber dem Umfeld nicht abkapsele, so Vogel, die sich offen für innovative Konzepte zeigt.

„Sofern das gewünscht ist, könnte man im Maschinenhaus noch einen Weinkeller einrichten und in einen Teil des 50 Meter langen Ringofens eine Sauna einbauen“, sagt Vogel. Neu sind derartige Vorhaben für ihre Firma nicht. Beim Bauen in Denkmälern blickt Ginkgo auf eine lange Erfahrung zurück.

„Bekannte Projekte von uns sind die Kunsthofpassage und die Tabakfabrik in Dresden sowie das Westbad in Leipzig.“ Ginkgo investiere gern in Objekte mit Alleinstellungsmerkmal, sagt Vogel.

Bei der Projektentwicklung will sie sich eng mit den Interessenten abstimmen und deren Wünsche einarbeiten. Der Quadratmeterpreis soll sich am ortsüblichen Niveau orientieren.