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Fangfrische Garnelen aus Sachsen

Es muss nicht immer Karpfen sein. Ein gebürtiger Südafrikaner hatte eine ganz andere Idee. In einer alten Weberei in der Oberlausitz mästet er Krustentiere, die eigentlich in tropischen Flüssen leben.

Von Susanne Plecher
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Die Garnelen aus der Oberlausitz sind mit 25 bis 30 Gramm Gewicht ausgewachsen und bereit für den Verkauf.
Die Garnelen aus der Oberlausitz sind mit 25 bis 30 Gramm Gewicht ausgewachsen und bereit für den Verkauf. © Robert Michael

Kirschau liegt in den Tropen. Zumindest diese eine Halle am Stadtrand. Wo früher Webstühle der Vereinigten Grobgarnwerke donnerten, herrschen jetzt 30 Grad Hitze, 365 Tage im Jahr. 80 Prozent Luftfeuchte dringen durch die Kleidung. Nick Zimmer hat seine dicke Winterjacke abgelegt. Darunter trägt er ein T-Shirt: In Sachsens einziger Garnelenfarm hat er Heimvorteil. „Die Tiere leben normalerweise in den Mündungsgebieten tropischer Flüsse. Sie sterben, wenn die Temperatur unter 20 Grad sinkt“, erklärt er das Mikroklima. Zimmer ist Fischwirtschaftsmeister. Gelernt hat er an den Teichen der Oberlausitz. Spricht er von der Arbeit draußen, von der Karpfenzucht, klingt seine Stimme fast zärtlich. Und die Garnelen, mag er die auch? „Na ja, das sind Schalentiere. Die haben ja noch nicht mal ein innen liegendes Skelett“, sagt er und wischt sich Kondenswasser von der Brille.

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