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Farbenpracht gegen Grau des Winters

Schleife wird erneut zum Mekka für Orchideenfreunde. Und das bereits zum 12. Mal.

Was für eine Pracht, staunten die Besucher im SKC. Hobbyzüchter Frank Richter war immer dicht umringt.
Was für eine Pracht, staunten die Besucher im SKC. Hobbyzüchter Frank Richter war immer dicht umringt. © Foto: Constanze Knappe

Schleife. Die Pflanzeninsel im Saal des Sorbischen Kulturzentrums (SKC) Schleife ist eine Wucht. Um die mehr als 200 Exoten unterschiedlicher Größen zu drapieren, haben die Orchideengärtner Hans-Joachim Wlodarczyk (Großräschen) und Lutz Lehradt (Allmosen) fast einen ganzen Tag gebraucht. Die Bewunderung der Besucher zur nun schon 12. Orchideenschau ist ihnen gewiss. „Das ist was fürs Auge, wenn es draußen so grau in grau ist“, loben zwei Frauen aus Krauschwitz. Sie seien zwar nicht auf der Suche nach einer neuen Orchidee, gefunden hätten sie aber trotzdem etwas, erzählen sie schmunzelnd. Fündig geworden ist auch Katrin Lehmann aus Großdubrau. Durch einen Flyer im Haus der Tausend Teiche in Wartha sei sie auf die Orchideenausstellung in Schleife aufmerksam geworden. „So weit ist es gar nicht“, hat sie auf dem Weg hierher festgestellt. Fasziniert von der Vielfalt der Orchideen, bedauert sie nur, dass sie an den Fenstern ihrer Wohnung nicht so viel Platz habe. Sie hat eine Pflanze dabei, die sie gern umtopfen lassen möchte.

Da ist sie bei Frank Richter genau richtig. Der Eibauer ist zum zweiten Mal in Schleife dabei und zumeist dicht umringt. Er topft nicht nur die von den Besuchern mitgebrachten Pflanzen um, sondern hat außerdem jede Menge Tipps zur Pflege parat. Seit 1983 züchtet er selbst Orchideen, damals noch als Mitglied des DDR-Kulturbunds. „Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr davon lassen“, sagt er. Inzwischen nennt der im Lausitzer Orchideenbund organisierte Hobbyzüchter um die 500 Pflanzen sein eigen, hat sich deshalb ein zweites Gewächshaus eingerichtet. Seine gesamte Freizeit widmet er den exotischen Pflanzen. Dass bei der Ausstellung in Schleife nicht so viel Trubel ist wie auf den großen Messen, sieht er sogar als Plus. So bleibe mehr Zeit, den Besuchern etwas zu erklären. Die wüssten mitunter nicht einmal, was sie eigentlich für eine Orchidee zu Hause haben. Manche zeigen deshalb ein Foto auf ihrem Smartphone. Die im Handel angebotenen Orchideen seien zumeist fürs Fensterbrett gezüchtet, botanische Arten hingegen anspruchsvoller. Die sollten im Sommer am besten in den Garten „untern Äppelboom“, so der Eibauer aus Erfahrung. „Generell sollte man bei Orchideen schon ein bisschen Geduld haben“, rät Hans-Joachim Wlodarczyk. Das gelte für die beliebten Falterorchideen (Phalaenopsis), nachdem sie abgeblüht sind. Für andere Orchideen aber noch viel mehr, die erst nach Jahren die ersten Blüten zeigen. Alle zwei bis drei Jahre sollten sie in luftdurchlässiges Substrat umgetopft werden, damit man lange an ihnen Freude hat. „Wenn das Substrat zu sehr verdichtet, sterben die Wurzeln ab. Zum Gießen und Tauchen ist Regenwasser ganz wichtig, weil es mit 6,2 einen optimalen pH-Wert hat“, erklärt er.

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Der Orchideengärtner verweist auf die riesige Vielfalt der Orchideen in Größe, Form und Farbe. Besonders beliebt sind auch diesmal in Schleife die Frauenschuhe und die Cattleyas mit ihren außergewöhnlich großen Blüten. Hans-Joachim Wlodarczyk hat zudem weit weniger bekannte Arten dabei und zeigt nicht mal einen Zentimeter große Winzlinge, die auf Kork wachsen. Der Großräschener kommt gern zu der Schau nach Schleife. Stammkunden, die auch seine Gärtnerei besuchen, standen schon vor Eröffnung vor dem SKC.