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Feiern mit Blick auf den Stausee

Markus Kretschmar richtet eine Festscheune ein. Sie soll bis zu 200 Gästen Platz bieten und hat eine besondere Eingangstür.

Von Katja Schäfer

Was für eine herrliche Aussicht! Der Sohlander Stausee liegt einem zu Füßen. Weit hinten schmiegen sich Häuser an den Hügel. Wie faszinierend der Ausblick ist, ahnte Markus Kretschmar schon, lange bevor ihm die große Scheune gehörte, die neben der Zufahrt zum Stausee steht. Seine Erwartungen wurden noch übertroffen, als er zum ersten Mal durch die kleinen Fenster an der Giebelseite sah, die inzwischen großen Glasfronten gewichen sind. Durch die können bald Gäste den Blick genießen. Markus Kretschmar gestaltet die Scheune um. Im Erdgeschoss entsteht ein Café. Der große Raum in der ersten Etage, den eine offene Empore unterm Dach ergänzt, kann künftig für Feiern, Tagungen und ähnliche Veranstaltungen genutzt werden. „Wir vermieten die Räume nicht, sondern man kann sie mit Verpflegung buchen“, sagt Markus Kretschmar.

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Der 34-Jährige hat das gesamte Gehöft an der B 98 gegenüber des Stauseeparkplatzes 2010 gekauft. Vor 65 Jahren wurde es zur landwirtschaftlichen Nutzung gebaut. Ursprünglich suchte Kretschmar nur eine Lagerfläche für den Biergarten, den er seit zehn Jahren am Stausee betreibt. Doch dass man aus dem Gelände viel mehr machen kann, war ihm schnell klar.

Zuerst hat er im Wohnhaus zwei Wohnungen eingebaut. Seit Anfang dieses Jahres gestaltet er die Scheune um. Er sieht sie als passende Ergänzung zum Biergarten. Denn auch außerhalb der Freiluftsaison kommen viele Leute an den Stausee. Wenn es zum Draußensitzen zu kalt ist, sollen sie künftig im Café einkehren können. Mit der „Scheune am See“ will er sein Unternehmen stabilisieren. Fünf Mitarbeiter beschäftigt der Sohlander. „Es wird immer schwieriger, gutes Servicepersonal zu finden. Wenn ich meine Leute den Winter über für drei, vier Monate nach Hause schicke, besteht immer die Gefahr, dass sie nicht wiederkommen“, erklärt der Unternehmer. Deshalb will er eine ganzjährige Beschäftigung bieten. „Wenn die Scheune in Betrieb geht, werde ich noch einen Koch und weitere Servicekräfte einstellen“, blickt er voraus. Seine Erfahrung ist, dass es die Gastronomie immer schwerer hat. „Die Leute gehen nicht so oft essen. Aber wenn sie was zu feiern haben, geben sie richtig Geld aus“, sagt er. Wann in seiner Scheune die erste Feier stattfinden kann, darauf will er sich nicht festlegen. Er rechnet damit, dass es ab Mitte 2014 soweit ist. Schon jetzt gibt es Anfragen.

Beim Um- und Ausbau erledigt Kretschmar mit Unterstützung seiner Familie und Mitarbeitern fast alles selbst. Dabei macht es sich bezahlt, dass er gelernter Tischler ist. Zuerst musste das Gebäude trockengelegt werden. Jetzt werden im Erdgeschoss Sanitäranlagen installiert. Nächstes Jahr soll im Erdgeschoss eine Küche angebaut werden. Bisher ist der Hauptraum, in dem die Ziegelwände unverputzt bleiben, für 70 Gäste genehmigt. Kretschmar will aber eine Erweiterung auf 199 Gäste beantragen. Platz gibt es genügend. Die große Eingangstür, durch die die Gäste künftig die „Scheune am See“ betreten werden, ist eine besondere. Markus Kretschmar hat sie einst als Gesellenstück gebaut. Doch bisher lag sie ungenutzt rum. „Jetzt hat sie endlich einen würdigen Platz gefunden.“