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Festschmaus aus der Moritzburger Schlossküche

Ein Weihnachtsmenü kocht Fernsehkoch Christian Henze für Aschenbrödel.Der MDR strahlt die Sendung am 1. Feiertag aus.

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Von Wolf Dieter Liebschner

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, des Friedens, der Familie. Und des Essens. Des außerordentlich guten Essens. Das ist überliefert. Das kann keiner bestreiten. Grützwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut kommt an den Festtagen eher nicht auf den Tisch.

Angesichts des anhaltenden Besucherandrangs in der Moritzburger Aschenbrödel-Schau stellt sich allerdings die Frage, was hätten denn Aschenbrödel und ihr Prinz zu Weihnachten gegessen? Drei Haselnüsse? Sicher nicht. Deren Zauberkraft ist ja auch schon für die Hofball-Ausstattung von Aschenbrödel verbraucht worden. Der teilweise in Moritzburg gedrehte Film (CSSR/DDR) aus dem Jahr 1973 beantwortet diese Frage leider nicht. Was soll’s, dachten sich MDR-Fernsehmoderatorin Katrin Huß und MDR-Fernsehkoch Christian Henze (iss was?!), versetzen wir uns doch mal in die märchenhaften Zeiten und kochen, was die sagenhaften Altvorderen so verspeist haben könnten. Drei Gänge sollen es schon sein. Schließlich geht es um Hoheiten, nicht um Diät.

Historische Tischsitten

Aufgezeichnet wurde die Sendung vor einigen Wochen im Moritzburger Schloss, insbesondere in der historischen Schlossküche und der Aschenbrödel-Ausstellung. Ausgestrahlt wird der 30-minütige Beitrag unter dem Titel „Appetit hat man überall“ am 25. Dezember 16.30Uhr im MDR-Fernsehen. Der Aschenbrödel-Film ist einen Tag später 9.55 Uhr zu sehen.

Zurück zum Menü: Natürlich gibt es Vor- und Nachspeise. Selbstredend. Die Hauptsache ist aber der Hauptgang. Man nehme hierzu zunächst einen Stör. Nicht irgend einen Stör. Für Aschenbrödel muss es schon ein Original aus den Moritzburger Teichen sein. Binnenfischer Falk Hermann hat das zweieinhalb Kilogramm schwere Prachtexemplar am Tag der Aufzeichnung frisch aus dem Teich gezogen.

„Wir halten uns an die damaligen Tischsitten“, sagt Fernsehkoch Christian Henze. „Da wird nichts geteilt. Der Stör wird im Ganzen auf einer Salzkruste gebacken.“ Als Beilage hat sich Henze Rahmsauerkraut und rote Buttersauce einfallen lassen. Frischer Thymian, Eiweiß, Rotwein und Sahne runden das Mahl ab. Als Vorspeise gibt es winterlichen Salat mit Hirschrücken und Maronen-Preiselbeer-Dip, zum Dessert wird Vollmilchschokoladenmousse mit gebrannten Haselnüssen gereicht. Die Rezepte für das Menü sind auf der Internetseite des MDR-Fernsehens (mdr.de/tv) nachzulesen.

Während der Koch am Herd der Schlossküche zaubert, unternimmt Moderatorin Katrin Huß einen Spaziergang durch das Schloss. Begleitet wird sie von Kuratorin und Ausstellungsleiterin Marita Hensel. Natürlich bleiben dabei keine Fragen zu Aschenbrödel und zum Schloss offen. Bleibt die Frage, wer eigentlich an die festliche Tafel mit dem Aschenbrödel-Menü geladen wird. „Es sind die Moritzburger, die zum Gelingen der Sendung beitragen“, sagt Katrin Huß. Beispielsweise Kutscher Bernd Haase, der das Sendeteam vor die Tore des Schlosses fährt. Und natürlich auch Fischer Falk Hermann. Denn ohne ihn hätte der Koch höchstens Arme Ritter zubereiten können.