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Feuer macht den Kopf frei

Bei Susanna Käpler lernen Kursteilnehmer das Spiel mit Flammen. Eine effektive Form der Meditation zur Entspannung.

Von Gabriele Naß

Lösch’ das Feuer? Um Gottes Willen! Wenn Susanna Käpler und ihre Kursteilnehmer von Freitag an wieder zum Üben auf die große Wiese an der Linde in Weickersdorf ziehen, wollen sie, dass das Feuer brennt. Sie entzünden es an in Öl getränktem Kevlarband – und dann schwingen sie es übern Kopf und um den ganzen Körper, als würde es gar nicht heiß werden. Sie verbrennen sich aber nicht. Ihre von Menschenhand bewegten heißen Bilder sehen so auch spektakulär aus, weswegen Susanna Käpler und ihre Mitstreiter mit der „Feuershow“ gern gesehene Gäste dort sind, wo eine nicht alltägliche Einlage gefragt ist. Aber erst Übung macht solche Meister. „Die Feuershow ist ein Angebot von mir. Ich motiviere meine Kursteilnehmer, mitzumachen, wenn sie routiniert genug sind. Viele entschließen sich dazu, was sie gelernt haben, öffentlich zu zeigen. Aber es ist kein Muss“, sagt Susanna Käpler.

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Rüdiger Hartmann aus Bischofswerda beim Entspannen mit Feuer. Er gehört zu jenen, die die ersten Feuertanz-Kurse bei Susanna Käpler in Bischofswerda besucht haben, die dabeiblieben und die die erlernten Bewegungen jetzt nutzen, um Stress loszuwerden. Schö
Rüdiger Hartmann aus Bischofswerda beim Entspannen mit Feuer. Er gehört zu jenen, die die ersten Feuertanz-Kurse bei Susanna Käpler in Bischofswerda besucht haben, die dabeiblieben und die die erlernten Bewegungen jetzt nutzen, um Stress loszuwerden. Schö

Die Showelemente, bei denen Erwachsene wie Kinder so anscheinend leicht mit dem Feuer spielen, sind nichts zum Nachmachen ohne Grundlagentraining. Aber mit einem solchen Training hat man Entspannung pur. Dafür bietet die Bischofswerdaerin Therapeutin ihren Kurs „Feuertanz“ überhaupt an. Eine spezielle Form der Meditation. Der Erfolg sei jedem versprochen, allerdings hängt er auch von jedem selbst ab. Sechsmal werden sich die Teilnehmer in Weickersdorf treffen, um das Schwingen des Kevlarbandes am Stab zu erlernen. Dabei muss man sich hochgradig auf die Bewegungen konzentrieren, kann nicht an seinen Bürostress oder Probleme in der Familie denken, erst recht, wenn sich schließlich mit brennendem Band bewegt wird. Kursteilnehmer wie Rüdiger Hartmann und Bärbel Hauswald bestätigen den Effekt. Kopf frei! Dazu gibt es den beweglicheren Körper. „Dehnung und ein Training des Beckenbodens“, sagt Susanna Käpler, „ergeben sich durch die Übungen automatisch auch.“ Die Kurse für Kinder und Erwachsene gibt es seit drei Jahren. Einige kommen auch jetzt wieder.

Nicht zuletzt entspannt sich der Geist – beim Anblick des Feuers. „Warum haben so viele zu Hause eine Feuerschale für den Garten?“, fragt Susanna Käpler rein rhetorisch, weil die Antwort für sie auf der Hand liegt. In ihren Kursen kommt zur Entspannung durch Körpertraining mit Feuer allerdings noch die spezielle Musik. Und das ist in der Regel keine aus der Dose. Da ist mal Aktion, da sind aber vor allem beruhigende, sphärische Klänge. Julian Hörnig aus Belmsdorf und Norman Hamann aus Bischofswerda begleiten dafür die Kursteilnehmer. Julian spielt die Djembe, eine afrikanische Bechertrommel, und Norman Didgeridoo, das Blasinstrument aus Australien. Ihre Stäbe zum Schwingen basteln sich die Teilnehmer am Beginn des Kurses in aller Ruhe selbst. Dafür werden Alu- oder Bambusstangen gebraucht und auf Länge je nach Größe des Teilnehmers zurechtgeschnitten. An den Stangen wird jeweils ein Ende des Bandes befestigt und außen jeweils ein kleines mit Sand gefülltes Säckchen befestigt, auch um damit das Band zu spannen. Das alternative Sportgerät sozusagen. Susanna Käpler hofft, dass ihre Kursteilnehmer es auch zu Hause zwischendurch nutzen und vor allem dann, wenn der Kurs nicht mehr laufen wird: „Ich gebe Impulse, zeige Bewegungen. Schon die sechs gemeinsamen Termine bringen viel.“ Die Kursleiterin selbst spielt professionell mit dem Feuer: „Jahrelanges Training.“ Die Art ihrer Bewegungen, die sie nun an ihre Kursteilnehmer weitergibt, entstammen der Kampfkunst. Sie hat sie bei einem Lehrer in Berlin gelernt.

Mit ihrem Heilzirkel hat sich Susanna Käpler vor Jahren selbstständig gemacht. Im letzten September hat sie ihre Räumlichkeiten erweitert. An der Bahnhofstraße 6 betreibt sie seitdem eine kleine Praxis für Massagen und Wassertherapie – jeweils ausgerichtet auf Entspannung, häufig durch das Lernen von Atemtechniken. In den Ursprungsräumen im „Bautzener Tor“ an der Ecke Töpferberg/Bautzener Straße setzt die Therapeutin die Indoor-Kurse fort.