merken
PLUS

Feuerwehr nicht länger im Funkloch

Der Stadtrat hat über 115 000 Euro bereitgestellt, um die Fahrzeuge mit Digitalfunk auszustatten. Der Freistaat hilft.

Von Maik Brückner

Wuchtig sieht das Gerät aus, das Veith Hanzsch in der Hand hält. Fast möchte man meinen, es sei ein Handy, wie es in den 1990er-Jahren gebräuchlich war. Doch mitnichten. Das ist ein analoges Handsprechfunkgerät. „Bereits seit den letzten DDR-Jahren arbeiten wir damit“, sagt Hanzsch, der als Gemeindewehrleiter Chef der Glashütter Wehr ist. Mit dem analogen Sprechfunk sei man nun an die Grenzen gekommen, erklärt er. Das fiel ihm und anderen Feuerwehrleuten vor einem Jahr besonders auf. Nach den heftigen Regenschauern traten auch in Glashütte die Bäche über die Ufer. Die Feuerwehr musste ausrücken, um beim Abpumpen und Absperren zu helfen.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Dabei war der Kontakt zur Rettungsleitstelle wichtig. Doch der war schwierig zu halten, da die Glashütter vornehmlich in Tälern zugange waren. „Die Funkverbindungen von unseren Fahrzeugen zur Leitstelle waren schlecht“, erinnert sich Veith Hanzsch. Zwar funktionierte der Sprechfunk zwischen den Handsprechfunkgeräten der Einsatzkräfte und den Fahrzeugen, doch die Rettungsleitstelle war oft nicht zu erreichen. Deshalb griffen die Feuerwehrleute zu ihren privaten Handys. Doch auch hier stießen sie mancherorts an Grenzen, da manche Handynetze überlastet waren. „In der Einsatzleitung musste zu viel improvisiert werden“, erinnert sich Hanzsch. Nach den hektischen Tagen setzte sich der Feuerwehrausschuss zusammen, um die Ereignisse auszuwerten und um Vorschläge zu machen, wie die Funkprobleme gelöst werden können. Die Lösung klingt simpel: Glashütte führt den Digitalfunk ein. Allerdings hat das einen Haken. Dafür verantwortlich ist nicht die Stadt, sondern der Freistaat. Dort doktert man seit vielen Jahren daran, Digitaltechnik flächendeckend für Behörden und Organisationen einzuführen. Auf der untersten Ebene, also in den Gemeinden, tat sich bisher nichts.

Das soll sich nach Informationen des Rathauses jetzt ändern. Deshalb kann Glashütte den Digitalfunk im Herbst einführen. Der Stadtrat hat dafür jetzt die Weichen gestellt. Er beauftragte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) mit der Beschaffung der Technik und stellte dafür 115 000 Euro bereit. Dafür sollen 13 Fahrzeuge umgerüstet und mit digitalen Handsprechfunkgeräten ausgestattet werden. „Jedes wird mindestens vier haben“, sagt Veith Hanzsch. Er geht davon aus, dass das bewilligte Geld nicht ausreichen wird. Denn der Einbau der neuen Geräte in die Fahrzeuge sei bei der Kostenaufstellung noch nicht berücksichtigt worden. Dennoch ist er zuversichtlich, dass der neue Funk jetzt eingeführt wird. Er hofft, dass er auch die Erwartungen erfüllt. So soll es künftig kein Problem mehr sein, von den Fahrzeugen den Kontakt zur Rettungsleitstelle zu halten, da es ein sachsenweites Digitalfunknetz geben soll. Zudem soll die Feuerwehr künftig ungestörter arbeiten können. Denn der Digitalfunk kann im Gegensatz zum Analogfunk nicht mehr mit sogenannten Scannern abgehört werden.