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Feuerwehr-Oldtimer kehrt in seine alte Heimat zurück

Die Ostritzer brachten das Löschfahrzeug nach Schloß Holte-Stukenbrock. Dass es so lange an der Neiße im Einsatz ist, hat keiner erwartet.

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© privat

Von Jan Lange

Die Hälfte seiner insgesamt 42 Dienstjahre war das alte Tanklöschfahrzeug in Ostritz im Einsatz. Was der Feuerwehr-Oldtimer in dieser Zeit erlebt hat, das wurde in einem Buch festgehalten. Dieses überreichte der Ostritzer Feuerwehrchef Matthias Franke jetzt seinen Kollegen aus Schloß Holte-Stukenbrock – mitsamt dem alten Fahrzeug.

1994 hatten die Westfalen das Feuerwehrauto an die befreundete Löschtruppe an der Neiße verliehen. 21 Jahre später wurde der Mercedes im vergangenen Jahr in Rente geschickt. Dass er so lange an der Neiße im Einsatz sein würde, damit hatte über der Übergabe wohl kaum einer gerechnet. Die Stadt Ostritz hatte zuvor als Ersatz für den Oldtimer für rund 260 000 Euro ein neues Tanklöschfahrzeug mit 3 000 Liter Wasserreserve angeschafft. Das war schon länger geplant. Nachdem die Feuerwehr aus der früheren Partnerstadt ihr Auto zurückhaben wollte, wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht.

Jetzt trat das alte Tanklöschfahrzeug seine rund 600 Kilometer lange Rückreise nach Nordrhein-Westfalen an. In Schloß Holte-Stukenbrock kaufte Löschzugführer Andreas Athens für einen symbolischen Wert von fünf D-Mark das Fahrzeug mit seinem 2 400-Liter-Tank zurück. Das Ganze war eingebettet in die feierliche Übergabe eines neuen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs an die dortige Feuerwehr. Die ersten Einsätze hat das moderne Gefährt bereits hinter sich.

Und auch der Mercedes-Oldtimer wird nicht aufs Altenteil geschoben. Das Fahrzeug mit der verblichenen roten Farbe soll nun restauriert werden und in Zukunft vom Förderverein als Traditionsfahrzeug unter anderem bei Festen und Umzügen genutzt werden. Trotz seines für Feuerwehrautos fast biblischen Alters funktioniert der Mercedes immer noch hervorragend. Die Ostritzer hatten ihn über die Jahre gut gepflegt. Dazu beigetragen hatte auch die geringere Zahl an Einsätzen. In der 2 500 Einwohner zählenden Neißestadt rückten die Kameraden jedes Jahr etwa 25 Mal aus. Bei den Feuerwehrkollegen in Schloß Holte-Stukenbrock – knapp 27 000 Einwohner – liegt diese Zahl der Einsätze deutlich höher.

Schon einmal, 1991, hatte die Feuerwehr aus der westfälischen Kleinstadt die Ostritzer mit einem Fahrzeug unterstützt. Damals wurde auch der Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Städten feierlich unterzeichnet. Neben der materiellen Hilfe gehörten ebenso regelmäßige Treffen zwischen den Kameraden dazu. Beide Feuerwehren pflegen einen engen und freundschaftlichen Kontakt. Und der ist auch nach der Beendigung der Städtepartnerschaft 2008 nicht abgebrochen. Zuletzt waren die Schloß Holte-Stukenbrocker im November 2015 bei der Weihe des neuen Fahrzeuges in Ostritz.

Den jüngsten Besuch und die Rückgabe des Feuerwehr-Oldtimers wollen Matthias Franke und seine Kollegen nutzen, um die Beziehung wieder ein bisschen zu intensivieren. Ziel sei es, dass sich die Kameraden aus beiden Städten künftig abwechselnd einmal im Jahr besuchen, kündigt der Stadtwehrleiter an.