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Filigranes aus Sebnitz für Burgen und Schlösser

Die Seidenblumenmanufaktur erfüllt Aufträge von klassisch bis exotisch. Und hält mit der Mode mit.

Von Anja Weber

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Wer steckt sich Dahlien, Nelken, Edelweiß oder Hortensien ins Knopfloch? In den USA ist das derzeit groß in Mode. Die Seidenblumenmanufaktur im Haus der Deutschen Kunstblume in Sebnitz profitiert davon. Denn hier sind die etwa vier Zentimeter großen Knopflochblumen der Verkaufsschlager. Aber auch Rosen und sogar einzelne Blüten der Phlox stecken sich die Amerikaner ans Revers.

Das ist aber nicht der einzige exotische Auftrag, der über Günter Hartigs Tisch ging. Er ist Leiter der Seidenblumenmanufaktur und als solcher auch dafür verantwortlich, dass Aufträge ins Haus kommen. Und mit den Jahren sind immer mal auch exotische Anfragen dabei. Die Schweizer stehen auf Edelweiß-Anstecker, ganz klassisch mit einer Nadel. Das seidige Edelweiß wird an Jacken, Revers, Lederhosen oder auch Hüte gesteckt. Es geht aber auch noch exotischer. Eine Firma aus Tangermünde bestellt jährlich Mainelken, die im ganz klassischen Sinn. Ein Glück für die Manufaktur, dass die damaligen Stanzeisen übernommen werden konnten. Die Mainelke ist die einzige Blume hier, die noch einen Plastikstiel hat. Die Stiele werden nach den alten Mustern aus Kunststoff gezogen. Was mit den Nelken letztlich passiert, weiß Günther Hartig nicht. Aber eine Bewandtnis wird es mit der Mainelkenbestellung schon haben. Genau so wie bei der für die sogenannten Frauentagsblumen. „Die sind wieder im Kommen. Auch ganz klassisch eine Blüte mit Stiel“, sagt Günter Hartig. Auch sonst haben die insgesamt elf Beschäftigten in der Manufaktur viel zu tun.

Derzeit arbeiten sie zum Beispiel an künstlichen Fichten. Die Manufaktur erfüllt damit einen Auftrag der Nationalparkverwaltung. Schon seit Längerem werden die Informationszentren mit künstlichen Bäumen oder Sträuchern aus Sebnitz ausgestattet. Sie stehen auf dem Großen Winterberg und auch in Schmilka. Die Bäume, an denen jetzt gearbeitet wird, sind für die Informationsstelle auf der Hohnsteiner Brandbaude. „Die fertigen künstlichen Äste werden in einen echten Baumstamm gesteckt, und fertig ist der neue Baum“, sagt Günter Hartig.

Tapete als Vorlage

Es geht aber auch etwas luxuriöser, dann, wenn die Seidenblumenmanufaktur zum Beispiel Aufträge für Schlösser zu erledigen hat. So wurde unter anderem das Arbeitszimmer von Fürst Pückler im Schloss von Bad Muskau mit Sebnitzer Blumen ausgestattet. Auch auf Schloss Wildenfels blühen sie unermüdlich. Die Auftraggeber hatten ein Foto von der Tapete aus dem Blauen Salon geschickt. Und anhand dieser wurden dann die dazu passenden Gestecke gefertigt. Aufträge kommen aber auch von der Semperoper in Dresden oder aus dem Schiller-Theater in Berlin, dann vor allem für Bühnendekorationen.

Wie kommen die Sebnitzer zu ihren lukrativen Aufträgen? „Wir haben keinen Außendienstmitarbeiter. Wir präsentieren uns aber zum Beispiel zur Manufaktur-Weihnacht auf Schloss Wackerbart oder in der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin. Und von solchen Messen kommen dann eben auch die Aufträge“, sagt Hartig. Nicht zu vergessen das laufende Geschäft, und hier vor allem in Zusammenarbeit mit Reisenunternehmen, die einen Besuch in der Seidenblumen-Manufaktur mit in ihren Reisekatalog aufnehmen. Die Leute kaufen nicht nur vor Ort. Einige bestellen dann auch schon mal ein größeres Gesteck. Allerdings nicht immer etwas Exotisches. Meist sind die Vorstellungen eher bodenständig. Mit Blick auf den Deutschen Wandertag im Jahr 2016 präsentiert sich Sebnitz als Wanderstadt. Seidenblumen sind aber auch da immer mit im Gepäck.

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