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Ärger am Ranger-Film-Set

Seit Juli wird in der Sächsischen Schweiz für zwei neue ARD-Ranger-Filme gedreht. Das stößt nicht überall auf Zustimmung.

"Der Ranger - Paradies Heimat", die Fernsehfilmreihe von ARD Degeto/MDR geht in die nächste Runde.
"Der Ranger - Paradies Heimat", die Fernsehfilmreihe von ARD Degeto/MDR geht in die nächste Runde. © ARD-Programmdirektion

Dort wo der gewaltige Fahrzeug- und Techniktross des Drehteams für die zwei neuen Folgen der ARD-Fernsehproduktion "Ranger - Paradies Heimat" auftaucht, sorgt  er für Aufsehen. Und im Hohnsteiner Ortsteil Waitzdorf sorgte das Drehteam  jetzt offenbar auch für Verärgerung bei den Einwohnern. Mehrere Tage wurde in dem beschaulichen Nationalparkort gedreht. Viele Menschen sind die Einwohner durch den Tourismus gewöhnt. Doch das mit den Dreharbeiten ging ihnen jetzt wohl doch zu weit. Im Übrigen spricht man im Ort nicht vom "Ranger-Film", sondern vom "Märchenwaldfilm". 

Auf jeden Fall bekam Ortsvorsteher Matthias Harnisch nun den Frust ab und konnte auch aus eigener Erfahrung einiges beisteuern. Seinem Unmut ließ er nun freien Lauf. "Es kann doch nichts sein, dass die wie ein Heuschreckenschwarm einfallen und sich vor allem auch das Recht herausnehmen, alles zuzustellen", schimpft er. Denn offenbar gab es für die Nutzung öffentlicher Flächen keine Genehmigung. Die hätte das Drehteam aber beantragen müssen, heißt es.

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So wurde für die Dreharbeiten unter anderem die Kreisstraße als einzige Zufahrt komplett gesperrt. Wer morgens beizeiten raus war, kam dann nicht mehr nach Hause. Kein Durchkommen. Gesperrt auch der einzige größere Platz mit Bushaltestelle und Wendeschleife. Anstatt dass hier Busse wenden konnte, wurde das Catering für die Leute am Set aufgebaut. Matthias Harnisch wollte der Sache nun auf den Grund gehen und hakte nach. "Besteht für das Ganze überhaupt eine verkehrsrechtliche Anordnung?", fragt er. Die Stadt Hohnstein ist zuständig für den Busplatz. "Bei uns ist kein Antrag eingegangen", sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Auch bei den vorangegangenen Produktionen suchte sich die Crew den beschaulichen Ort Waitzdorf aus. Allerdings durften die Einwohner da noch in ihren Ort zurück. Dennoch gab es bereits im Sommer 2018 beim Dreh der ersten zwei Staffeln kritische Stimmen und nicht nur aus Waitzdorf. Der Tenor damals, das Filmteam würde die Natur im Nationalpark missachten. Damals wie auch heute gibt es aber strenge Auflagen, wo, wie lange und wann im Gebiet des Nationalparkes gedreht werden darf und dazu gehört auch Waitzdorf. 

Inzwischen dürfte sich der Ärger bei den Einwohnern wohl etwas gelegt haben. Der Tross ist weitergezogen. Dieser Tage wurden Filmszenen an der Sächsische-Schweiz-Klinik in Sebnitz gedreht. Dass in diesem Jahr die Dreharbeiten anders verlaufen und das Set weiträumig abgeschirmt wird, also auch mit Straßensperrungen, ist coronabedingt. Öffentliche Termine gab es ebenfalls keine. Auch die Zahl der Komparsen wurde stark reduziert, um den Personenkreis übersichtlich zu halten.  Das Team soll von der Öffentlichkeit, so gut es geht, abgeschottet werden, heißt es von der Produktionsfirma.  Auch gegenüber Fans, die den Schauspielern ein Autogramm abluchsen wollen.

Wer den Schauspielern, wenn schon nicht körperlich, dann am Bildschirm nah sein möchte, muss sich gedulden. Zweimal 90 Minuten Sendezeit sind für die Ranger-Folgen fünf und sechs geplant. Wann sie ausgestrahlt werden, ist noch offen. Fest steht aber bereits der Sendeplatz. Sie werden an zwei Freitagen, jeweils zum 20.15 Uhr, gezeigt. Ein Grund, wieder im Elbsandsteingebirge zu drehen und noch weitere Ranger-Geschichten zu erzählen, waren die Einschaltquoten. So hatte Teil 3 im Januar dieses Jahres in der ARD im Schnitt 5,15 Millionen Zuschauer an die Fernseher gelockt. Das ist ein Marktanteil von 16,4 Prozent.

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