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Ein Fotograf macht Stille sichtbar

Im Neschwitzer Schloss sind Aufnahmen von Andreas Weise ausgestellt. Die Motive dafür findet er unter anderem auf Friedhöfen.

Andreas Weise aus Königswartha zeigt im Schloss Neschwitz Fotografien zum Thema "Stille" sowie einige Porträtaufnahmen.
Andreas Weise aus Königswartha zeigt im Schloss Neschwitz Fotografien zum Thema "Stille" sowie einige Porträtaufnahmen. © Carmen Schumann

Neschwitz. Die Tendenz zur Stille nimmt mit dem Alter zu. Davon ist Andreas Weise überzeugt. Nach drei turbulenten Tagen mit den Enkelkindern sei die Sehnsucht nach etwas Stille groß, bekennt der agile 76-Jährige. Auf die Suche nach der Stille hat sich der Zahnarzt im Ruhestand aber auch in den letzten Jahre mit der Kamera begeben. Die Ergebnisse dieser Suche stellt er nun in seiner Ausstellung „Stille“ im Schloss Neschwitz vor.

Motive zum Thema hat Andreas Weise nicht nur auf Friedhöfen, wie beispielsweise in Herrnhut, Ralbitz oder auf dem Jüdischen Friedhof in Prag  gefunden, sondern auch in Schnee- oder Sonnenlandschaften sowie in bröckelnden Altbauten. Die sehr ästhetischen Aufnahmen, die teils am PC verfremdet wurden, stellen zuweilen einen gleitenden Übergang von der Fotografie zur Grafik dar. Andreas Weise freut sich über die Möglichkeiten, die ihm die moderne Digitaltechnik bietet. Wie er bekennt, war ihm die stundenlange Dunkelkammerarbeit früher ein Graus. Und er weiß, wovon er spricht.

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Manchmal ersetzt das Smartphone die Kamera

In Seifhennersdorf hatte er den Fotografenberuf von der Pike auf gelernt und als Angestellter in einem Handwerksbetrieb viele Stunden im Labor zugebracht. Da dies für ihn nichts auf Dauer war, machte er nebenbei Abitur und studierte dann Zahnmedizin. Doch die Kamera hat ihn sein ganzes Leben lang begleitet. In seiner Studentenzeit war er drei Jahre lang Mitglied in einem Studenten-Fotoclub. Dann kamen die Familiengründung und der Berufseinstieg. Damit blieb weniger Zeit für das Hobby.

Nachdem Andreas Weise einige Zeit in einer Jugendzahnklinik in Meißen gearbeitet hatte, bekam er eine frei gewordene Stelle in Königswartha angeboten. Seit 1975 lebt er nun in dem Heide-Ort. Mit 63 Jahren hängte er seinen Arztkittel an den Nagel und widmet sich seitdem intensiv seinem Lebens-Hobby.

Nicht immer hat er bei seinen Touren eine Kamera dabei. Selbst das Smartphone bringe heutzutage schon erstaunlich gute Ergebnisse, sagt er. Was ihm nie verloren gegangen ist, das ist der ganz spezielle Blick auf die Umwelt, auf Dinge, die dem unbedarften Auge vielleicht entgehen. So fotografierte er im Etrusker-Museum in Siena nicht nur die dort ausgestellten Relikte längst vergangener Zeiten, sondern auch die vor dem Fenster in typisch italienischer Manier aufgehängte Wäsche.

Das Geheimnis guter Porträtaufnahmen

Die Ausstellung „Stille“ wird ergänzt durch einige Porträtaufnahmen, die im Treppenhaus des Neschwitzer Schlosses zu sehen sind. Bei den Porträts sei eine Kamera mit langer Brennweite unabdingbar, erklärt Weise. Denn so kann sich der Fotograf auf das Wesentliche des Dargestellten ohne störenden Hintergrund konzentrieren. Manche Porträtaufnahmen seien bei seinen Auslandsreisen entstanden, sagt Andreas Weise. Oft ließen sich die Angesprochenen sehr bereitwillig fotografieren und seien dann immer sehr dankbar, wenn er ihnen die Fotografien zuschickt.

Was das Reisen betrifft, so bekennt Andreas Weise, dass er gerne an Orten ist, wo er weiß, was ihn erwartet. So hatte er 14 Jahre lang eine Berghütte in Schweden. Aber auch eine bestimmte Burg in Österreich hat es ihm angetan.

Für Besucher des Neschwitzer Schlosses ist Andreas Weise kein Unbekannter. Er stellte hier bereits 2007 und 2013 aus. Seine neue Ausstellung ist nun die 153. Galerie, die die Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz organisieren. 

Die Fotoausstellung „Stille“ von Andreas Weise ist bis zum 1. November zu sehen. Geöffnet ist jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Besichtigungen sind auch mittwochs und donnerstags von 13 bis 17 Uhr sowie freitags und sonnabends von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr möglich. Besucher müssen sich dann aber in der Tourist-Info im Park melden.

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