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François und seine Prinzessin

Stiftungs-Chef Presley hat sein erstes Kinderbuch geschrieben – in nur sieben Tagen. Das Märchen spielt in Waldheim.

rançois Maher Presley steht vor dem Waldheimer Schloss, der heutigen Justizvollzugsantalt. Ein Teil der Geschichten in seinem ersten Kinderbuch „Prinzessin Françoise und der königliche Geschichtenerzähler“ spielt dort.
rançois Maher Presley steht vor dem Waldheimer Schloss, der heutigen Justizvollzugsantalt. Ein Teil der Geschichten in seinem ersten Kinderbuch „Prinzessin Françoise und der königliche Geschichtenerzähler“ spielt dort. © Dietmar Thomas

Von Elke Braun und Rasmus Wittrin

Waldheim. Ein blondes Mädchen mit blauen Augen und goldenem Krönchen ist auf dem Cover des Buches zu sehen. Im Hintergrund steht die Kirche der Justizvollzugsanstalt. Dort ist Prinzessin Françoise zu Hause. Sie ist die Titelfigur des Kinderbuchs „Prinzessin Françoise und der königliche Geschichtenerzähler“, welches François Maher Presley geschrieben hat. Schon seit mehreren Jahren ist er mit seiner Stiftung in Waldheim aktiv und unterstützt das Kulturleben.

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Es ist bei weitem nicht sein einziges Buch. In den vergangenen zwölf Monaten hat er sieben Bücher und zwei Beiträge herausgebracht. „17 Leben“, „Gedanken zum Strand“ oder „Mord in Waldheim“ heißen sie. In seinem letzten Werk begibt sich Presley auf für ihn bislang ungewohntes Terrain. Und das hat einen einfachen Grund. „Volker Zotz, der Vorsitzende der Gowinda-Stiftung, liest alle meine Bücher. Vor kurzem ist er Vater geworden. Er schickte mir ein Foto des Babys, ein Mädchen, das drei Vornamen bekommen hat. Einer davon ist Françoise in Anlehnung an meinen Vornamen“, erzählt der Autor. Dem Kind eines seiner bisher erschienen Bücher zu schenken, kam für Presley nicht infrage. „Das hätte sie ja erst frühestens in 21 Jahren in die Hand genommen“, sagt er. Deshalb musste ein Kinderbuch her. In Waldheim, der „Perle des Zschopautales“ fand er die Vorlage. „Waldheim ist eine Märchenstadt“, sagt Presley. Die Stadt sei ein Ort, in dem alle Voraussetzungen für ein Märchen gegeben sind: Es gibt Hügel, ein Schloss, eine Burg, einen König. Das Buch handelt von der Prinzessin Françoise, die auf einem Schloss in Sachsen lebt, das auch als Gefängnis dient. Dort freundet sie sich mit dem Gefangenen Karl May an, der ihr jeden Tag Märchengeschichten erzählt.

Durch die Erzählungen Mays wächst in Prinzessin Françoise der Wunsch, das Schloss verlassen zu können, um die Märchengestalten zu treffen. Schon bei dieser kurzen Zusammenfassung lassen sich Bezüge zu Waldheim erkennen: Karl May saß mehrere Jahre im Zuchthaus Waldheim ein, das früher ein Schloss war. Und die Burg Kriebstein, auf der sich jedes Jahr im Rahmen der „Burg der Märchen“ zwei Tage lang allerlei Märchengestalten, Prinzessinnen und Könige versammeln, ist auch nicht weit.

Als Inspiration für die Märchen, die der königliche Geschichtenerzähler der Prinzessin Françoise erzählt, nutzte Presley Zeichnungen des bereits verstorbenen Waldheimer Buchillustrators Kurt Rübner. Weil die Bilder ja bereits vorhanden waren, musste er seine Erzählung an den Bildern ausrichten. Ergänzt wurden sie durch Zeichnungen des Waldheimer Malers Ekkehart Stark.

„Beim Schreiben eines Kinderbuchs gibt es viel zu beachten, zum Beispiel darf es keine Trennungszeichen geben“, erzählt er. Auch die Schriftgröße sei vorgeschrieben. „Ich musste das Layout noch einmal von vorn beginnen, weil die Schrift zu klein war“, sagt Presley. Das sei eine große Herausforderung gewesen. Viele Inspirationen über die Denkweise von Kindern erhielt er vom Leiter der Waldheimer Förderschule, Heiko Felgener.

Für das Schreiben des Buches selbst habe er nur sieben Tage gebraucht. Das beinhaltet eine wunderschöne Geschichte in Anlehnung an Grimms Märchen. Es geht um Prinzen und Prinzessinnen, Zwerge und ein fliegendes Pferd und ist als Mitmachbuch gestaltet. So können die Kinder zum Beispiel die Seitenzahlen eintragen, selbst entscheiden, ob sie der Zwergenmannschaft beitreten oder lieber weiter wachsen und einen anderen Beruf erlernen möchten. Sie können Bilder ausmalen und ein Selbstporträt in einen Bilderrahmen zeichnen. Für den Druck wurde deshalb hochwertiges Papier verwendet. Einzelne Passagen in dem Buch sind in Kinderschrift geschrieben. „Das hat die Grafikerin Verena Lüthje übernommen“, so Presley.

Im Oktober wird der Leipziger Kinderchor ein von David Meyer komponiertes Lied zu dem Kinderbuch auf CD einsingen. Und im nächsten Jahr kommt das Buch als Theaterstück auf die Bühne. Das will der Mittelsächsische Kultursommer (Miskus) übernehmen. „Norbert Hein schreibt die Theaterfassung“, so Presley, der auch schon eine Fortsetzung plant. Am 22. September, 11 Uhr, wird das Buch aber erst einmal im Stadt- und Museumshaus in Waldheim vorgestellt. Museumspädagogin Patricia Spruck liest daraus vor. Das „Berggeschrey Blechbläserquartett“ untermalt die Veranstaltung musikalisch. Der Eintritt ist frei. Das Buch kostet 10 Euro.

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